Großteleskop bleibt in Betrieb


© Miguel Briganti/IAC

Spanische Regierung sagt Finanzierung für das GTC für 2015 zu

Die Zitterpartie um die weitere Finanzierung des Großteleskops Gran Telescopio de Canarias (GTC) auf La Palmas Sternwarte Roque de los Muchachos ist vorerst beendet. Die spanische Regierung hat beschlossen, auch im kommenden Jahr die für den Betrieb notwendigen finanziellen Mittel bereitzustellen.

Dies teilte Senator José Vicente González Bethencourt (PSC-PSOE) bei einem Besuch auf La Palma seinem Parteikollegen und Cabildo-Präsidenten der Insel, Anselmo Pestana, mit. Bestätigt worden war die Entscheidung von der Staatssekretärin für Forschung, Entwicklung und Innovation, Carmen Vela Olmo, in einer Parlamentssitzung wenige Tage vorher.

Die staatliche Finanzierung der Forschungsarbeit im GTC ist in der Schwebe, seit sich die Wirtschaftskrise in Spanien verschärft hat. Vor zwei Jahren kam gar die Befürchtung auf, dass das Großteleskop wegen fehlender finanzieller Mittel geschlossen werden muss. Damals erläuterte Francisco Sánchez, Direktor des Astrophysikalischen Instituts der Kanaren (IAC), dass für einen regulären Betrieb des GTC zwischen 11 und 14 Millionen Euro jährlich notwendig seien.

Für die Jahre 2013 bis 2015 sagte der spanische Staat immerhin 8,8 Millionen Euro zu. Im Staatshaushalt 2013 wurden dann auch zwei Millionen Euro für den Betrieb des GTC reserviert, 2014 wurde der Betrag sogar etwas erhöht auf 3,5 Millionen Euro.

Nun hat Staatssekretärin Carmen Vela Olmo mitgeteilt, dass im Haushalt 2015 ein ähnlicher Betrag wie 2014 für das Großteleskop auf La Palma reserviert wird.

Das Gran Telescopio de Canarias wurde Ende Juli 2009 vom spanischen König Juan Carlos und Königin Sofía eingeweiht. Der Bau des größten Spiegel-Teleskops verschlang rund 130 Millionen Euro. Das GTC ist so stark wie vier Millionen menschliche Pupillen, und seine Präzision wurde einmal vom Direktor des Astrophysikalischen Instituts der Kanaren (IAC), Francisco Sánchez, so beschrieben: „Wäre die Erde eine Scheibe, könnten wir von La Palma aus eine brennende Kerze in Moskau sehen oder gar einen einzelnen Scheinwerfer eines Autos in Australien“. Die hervorragenden klimatischen Bedingungen und die klare Sicht vom höchsten Punkt La Palmas aus waren bei der Wahl des Stand­ortes für das millionenschwere Projekt entscheidend. Auf 2.400 Metern, weit über dem Wolkenmeer, das auf wunderbare Weise auch die Lichtverschmutzung des Nachthimmels durch die besiedelten Gebiete der Insel verhindert, finden Astronomen ideale Arbeitsbedingungen.




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