Größenwahn auf den Kanaren?


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Regionalparlament, Ex-Regierungschefs und Uni-Rektoren unterstützen kanarische Kandidatur für die Expo 2023

Die Abgeordneten im kanarischen Parlament haben sich einstimmig dazu entschlossen, die Kandidatur der Kanaren für die Expo 2023 zu unterstützen. Ratifiziert wurde dies durch eine institutionelle Erklärung in der Parlamentssitzung vom 22. Oktober. Parlamentspräsident Antonio Cas­tro begrüßte an diesem Tag die zahlreichen Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft der Inseln, die gekommen waren, um die Bürger- und Unternehmerinitiative „Expo Canarias 2023“ zu unterstützen.

Besonders herzlich hieß er die ehemaligen Regierungschefs der Kanaren, Vertreter der Cabildos und die Rektoren der Universitäten willkommen, die im Sitzungssaal anwesend waren, um die Sache persönlich zu unterstützen. Tatsächlich hat die Initiative „Expo Canarias 2023“ es in den letzten Monaten geschafft, die sechs Ex-Präsidenten der kanarischen Regierung und die beiden Uni-Rektoren von ihrem Vorhaben zu überzeugen und sie als Verbündete zu gewinnen.

Die Abgeordnete María del Mar Julios (CC) verlas das verabschiedete Dokument, in dem unter anderem eine Aufforderung an die kanarische Regierung ergeht, alle notwendigen Maßnahmen bei der spanischen Regierung einzuleiten, um die Kandidatur der Kanaren zu ermöglichen und bei den entsprechenden internationalen Stellen einzureichen. Außerdem wird die spanische Regierung aufgefordert, die kanarische Kandidatur für den Sitz der Weltausstellung 2023 zu unterstützen.

Jede Insel ein Pavillon

Es ist also durchaus ernst gemeint: Die Kanarischen Inseln wollen sich als Sitz der Weltausstellung im Jahr 2023 bewerben, und sie haben dafür auch schon ein Motto parat: „Expo Canarias 2023. Inseln in der Welt“.  Die institutionelle Erklärung des Parlaments beinhaltet auch einen Antrag an die kanarische Regierung, die erforderlichen Mittel zur Verfügung zu stellen, um die Kandidatur voranzutreiben.

„Expo Canarias 2023“ stellt sich die Weltausstellung auf dem Archipel so vor, dass sie für alle Inselgruppen der Welt beispielhaft ist und die Besonderheiten einer Insellage hervorhebt. So soll die Expo 2023 auf den Kanaren so gestaltet werden, dass jede Insel durch einen Pavillon vertreten ist.

Die Verfechter der Initiative sind Wissenschaftler, Unternehmer und Vertreter der Wirtschaft und Kultur der Inseln. Sie sind der Ansicht, dass die traditionellen Wachstumsmodelle Tourismus, Bauwesen und Landwirtschaft nicht mehr zukunftsfähig sind und „Segmente wie Forschung und Entwicklung, Wissenskultur und nachhaltige Technologien kurz­fristig zu einer Notwendigkeit auf einem Archipel werden können.“ Alejandro Krawietz, Mitglied von „Expo Canarias 2023“, erklärte hierzu: „Wir möchten der Frage nachgehen, welche Rolle den Inseln in der Welt zusteht; ob sie weiterhin exotische Reiseziele oder Steueroasen und zweitrangige Wirtschaftsmodelle für die Staaten bleiben oder aber eine Funktion gegenüber der universellen Struktur übernehmen sollen.“

Vorerst steht fest, dass die nächsten Weltausstellungen 2010 in Shanghai, 2012 in Südkorea und 2015 in Mailand stattfinden werden. Ob die Kanarischen Inseln gegen die noch unbekannten Mitbewerber für die Expo 2023 eine Chance haben, wird sich zeigen.




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