Grober Unfug nimmt überhand


Auf seinem Facebook-Account hatte das Busunternehmen Guaguas Municipales noch am 31. Oktober ein Rezept gepostet und dazu aufgerufen, Eier an Halloween fürs Keksebacken zu verwenden und nicht, um damit zu werfen.

Busse, Taxis und Häuser wurden an Halloween mit rohen Eiern und sogar Steinen beworfen

Gran Canaria – Früher wurde auf den Kanarischen Inseln die Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November allenfalls im Familienkreis gefeiert. In der „Noche de finaos“ (Nacht der Verstorbenen) vor Allerheiligen wurde Ron Miel (kanarischer Honig-Rum) und Anis-Schnaps getrunken und dazu geröstete Kastanien verzehrt. Die Alten erzählten Geschichten, und auf dem Dorfplatz wurde getanzt. Heute hat, wie auch in vielen anderen Ländern, der amerikanische Halloween-Brauch die Tradition der „Noche de finaos“ abgelöst. Kinder und Jugendliche verkleiden sich auch hierzulande und ziehen auf der Jagd nach Süßigkeiten durch die Straßen. Wenn an der Tür geklingelt wird und „Truco o trato“ (Süßes oder Saures) erklingt, geben sich die kleinen Monster meist sanft und sind mit ein paar Bonbons zufrieden. Dies spiegelt auch das Prinzip des Halloween-Festes wider, das friedlich und ohne böse oder hinterhältige Streiche auskommt.

In den letzten Jahren hat sich in Gran Canarias Hauptstadt Las Palmas jedoch eine Mode entwickelt, die insbesondere dem öffentlichen Nahverkehr Kopfzerbrechen bereitet. Jugendliche bewerfen Busse, Taxis und Wohnhäuser mit rohen Eiern; nicht etwa, weil ihnen Süßigkeiten verweigert werden, sondern aus reinem Jux. In diesem Jahr meldete das öffentliche Busunternehmen Guaguas Municipales eine drastisch gestiegene Zahl von Eierwerfern und bedauerte den dadurch entstandenen Reinigungsaufwand und Schaden. Obwohl viele Busfahrer die Vorfälle gar nicht meldeten und deshalb die Zahl der betroffenen Fahrzeuge vermutlich noch viel höher war, mussten 85 Busse wegen der Eierwerfer in die Waschanlage.

Schaden in Höhe von 5.500 Euro

Einige Vandalen begnügten sich nicht mit rohen Eiern und warfen Steine, was eine zerbrochene Windschutzscheibe, ein kaputtes Seitenfenster sowie einen beschädigten Rückspiegel zur Folge hatte; glücklicherweise ohne Personenschaden. „Es gab keine Verletzten, aber es ist ein Risiko für die Fahrgäste und den Busfahrer“, erklärte ein betroffener Fahrer. Der durch die Eier- und Steinewerfer verursachte Schaden wurde von Guaguas Municipales mit 5.500 Euro beziffert.

Zielscheibe der Eierwerfer waren dieses Jahr vor allem die Busse, die in den Ortsteilen Tamaraceite, Siete Palmas, Coperfham, San José und San Cristóbal unterwegs waren. Aber auch in anderen Stadtgebieten wurden rohe Eier geworfen.

Das Eierwerfen am 31. Oktober habe schon vor einigen Jahren begonnen und sich mehr und mehr zu einer Art Mode entwickelt, aber dieses Jahr habe es wirklich überhandgenommen, verlautete aus der Abteilung für Sicherheit des Busunternehmens. Taxis, die in den Ortsteilen Schamann, Las Rehoyas und Casablanca II unterwegs waren, wurden ebenfalls Opfer der Eierwerfer.

Die Ortspolizei bestätigte einen Anstieg der Anrufe wegen dieser Art von Sachbeschädigung. In der Calle Lomo La Plana in der Nähe des Einkaufszentrums 7 Palmas wurden sogar drei Streifenwagen angefordert, um einer Gruppe von bis zu 30 eierwerfenden Jugendlichen das Handwerk zu legen, die Gebäude und auch Passanten bewarfen.

Die Polizei erinnerte daran, dass Eierwerfen auf Personen und Fahrzeuge Verletzungen und Sachschaden zur Folge haben und eine Straftat bedeuten kann.





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