„Gift-Cocktail“ für Wale


Orcas im Loro Parque wurde für diese Studie jeweils ein halber Liter Blut abgenommen. Dem Blut wurde im Labor die Mischung toxischer Substanzen zugefügt. Foto: loro parque

Loro Parque Stiftung führt Studie zur Untersuchung des Einflusses toxischer Substanzen im Meer auf das Immunsystem der Orcas durch

Teneriffa – Die Stiftung Loro Parque ist maßgeblich an einer Studie beteiligt, die belegt, dass die Ansammlung kontaminierender Stoffe im Meer – DDT, PCBs und persistente organische Schadstoffe – eine Art „toxischen Cocktail“ bildet, der das Immunsystem von Schwertwalen stärker beeinträchtigt als einer dieser schädlichen Stoffe in selber Konzentration allein es tun würde.

Foto: loro parque

Die kontaminierenden Stoffe wurden auf der Basis von Untersuchungen gestrandeter Orcas in der Antarktis und der Fangquote der Inuit in Grönland ausgewählt. Im Loro Parque wurde den Orcas Blutproben entnommen, denen nach einer Reinigung im Labor in vitro dieser „toxische Cocktail“ zugefügt wird. Die Untersuchungen ergaben, dass die Summe verschiedener Schadstoffe den Walen mehr schadet, als einer der Schadstoffe allein in gleicher Konzentration.

Dr. Javier Almunia, Leiter der Umweltabteilung von Loro Parque Fundación, erklärte, dass die toxischen Substanzen das Immunsystem der Orcas schwächen. Natürlich sei es schwer zu belegen, dass Wale an Meeresverschmutzung sterben, denn die Todesursache sei schließlich immer entweder eine Infektion, ein Tumor oder ein Parasitenbefall. Doch es sei anzunehmen, dass die Kombination toxischer Stoffe im Meer das Leben der Wale verkürzt, weil deren Immunsystem ständig Krankheitserreger bekämpfen muss.

Möglicherweise, so Dr. Almunia, beeinflussen die kontaminierenden Stoffe auch das Fortpflanzungssystem der Schwertwale, denn einige der Komponenten sind strukturell ähnlich wie Hormone. Eine Gruppe von Orcas in Schottland scheint diese Theorie zu bestätigen, denn sie sorgen seit Jahren nicht mehr für Nachwuchs, und es wird vermutet, dass die Meeresverschmutzung der Grund dafür ist. Die toxikologische Untersuchung eines gestrandeten Orca-Weibchens dieser Gruppe ergab eine enorme Konzentration persistenter organischer Schadstoffe.

Die Proben, die gestrandeten Meeressäugern auf den Kanaren entnommen werden, nutzen die Stiftung Loro Parque und die Forscher der Universtität Las Palmas de Gran Canaria, um die Konzentration toxischer Substanzen festzustellen.




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