Gehen auf La Palma die Lichter aus?


© ESO

Neuer Vorstoß der Inselregierung für das E-ELT

Beim Wettlauf um das größte Teleskop der Welt zwischen Chile und La Palma hat das Cabildo der Kanareninsel einen neuen Vorschlag eingebracht:

Das schon bestehende Gesetz zum Schutze des Nachthimels vor Streulicht, welches schon jetzt Auflagen für öffentliche wie private Beleuchtung macht, soll verschärft werden, um den Astronomen die Beobachtungen zu erleichtern. Damit hofft man, die Chancen bei der anstehenden Entscheidung zu verbessern. Ziel ist es, die Insel „zu einem Paradies für astrophysikalische Observationen“ zu machen, wie José Pérez López von der AFA betonte.

Strenges Reglement

Im Einzelnen soll das neue Gesetz dafür sorgen, dass zumindest von montags bis freitags absolute Dunkelheit am Himmel über La Palma herrscht. Dazu müssen alle privaten und öffenlichen Gebäude lichtsicher verdunkelt werden, was von der AFA kontrolliert und zertifiziert wird. In Häusern ohne ein solches Zertifikat darf von Mo-Fr ab 22 Uhr kein Licht mehr brennen (außer Kerzen), auch Fernsehgeräte oder Computerbildschirme müssen abgeschaltet bleiben. Die Straßenbeleuchtung wird von 22-6 Uhr abgeschaltet. Ausnahme bildet das Wochenende, das die meisten Astrophysiker sowieso in der Hauptstadt verbringen. Als positiver Nebeneffekt hat man eine Stromkostenersparnis von ca. 850.000 Euro errechnet, die zusätzlich dem ELT zugute kommen soll.

Heftige Proteste

Nach Bekanntgabe der geplanten Verdunkelungsmaßnahmen wurden starke Proteste laut. Eine Bürgerinitiative mit dem Namen „Lucha por la luz“ bildete sich spontan und kündigte Demonstrationen für den nächten Monat an, die unter dem Moto stehen: „Auch Licht ist ein Menschenrecht“. 




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