Gehaltsdiskriminierung


Frauen verdienen im Schnitt 17.498 Euro, Männer dagegen 21.089 Euro

Es ist eine bedauerliche Tatsache, dass die Gehälter der Arbeitnehmerinnen trotz gleicher Qualifikationen weit unter denen ihrer männlichen Kollegen liegen.

Anlässlich des Tages der Lohngleichheit am 22. Februar  veröffentlichte die Gewerkschaft UGT (Unión General de Trabajadores) unter dem Motto „Gleiche Arbeit – gleiches Gehalt“ die letzte diesbezügliche Studie des spanischen Statistikinstituts INE (Instituto Nacional de Estadistica). Demnach verdienten im Jahr 2012 die Arbeitnehmerinnen 6.144 Euro weniger als ihre männlichen Kollegen. Das bedeutet, dass Frauen jährlich 79 Tage mehr als Männer arbeiten müssten, um das gleiche Jahreseinkommen zu erreichen. 

Weiterhin geht aus der Studie hervor, dass 75% der arbeitenden Frauen Teilzeitjobs haben und dass die Gehaltsunterschiede insbesondere in der Verwaltung und im Gesundheitssektor zu finden sind. Auch im Erziehungsbereich sind die weiblichen Angestellten nicht nur von Teilzeitarbeit betroffen, auch haben sich die Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern in den letzten fünf Jahren sogar verdreifacht. 

Auf dem heutigen kanarischen Arbeitsmarkt erhalten Frauen für das Ausüben gleicher Tätigkeiten knapp 17% weniger Entgelt als Männer, spanienweit sind es sogar 24%. „Es gibt keine Gründe dafür, dass die Frauen für gleiche Arbeiten weniger verdienen“, klagte UGT an.

Zum Vergleich: In den skandinavischen Ländern liegt der Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen bei nur rund 5%, in Österreich und den Niederlanden bei 16%, in Deutschland bei sage und schreibe 20%

Die Gewerkschaft schließt ihren Bericht mit der Information ab, dass in Spanien 28% der Frauen an der Armutsgrenze und am Rande der sozialen Ausgrenzung leben. 

EU-Grundsatz

In dem 1957 unterzeichneten „Abkommen von Rom“, mit dem die Europäische Gemeinschaft gegründet wurde, heißt es „gleiche Arbeit – gleiches Geld“. Ein Grundsatz, der in der Aktualität nicht umgesetzt wird.

Viviane Reding, EU-Kommissarin für Justiz, bemerkte, dass sich die Lohnbresche zwischen Frauen und Männern in der Tat nicht verringere. Aufgrund der Finanzkrise seien die Gehälter jedoch auf beiden Seiten gesunken. 




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