Geflügelte Wächter


© Moisés Pérez

Abgerichtete Falken und Adler sind auf den Flughäfen der Kanaren im Einsatz, um den Luftraum von anderen Vögeln freizuhalten

Nicht nur die unmittelbare Meeresnähe sorgt an Teneriffas Südflughafen Reina Sofía dafür, dass viele Möwen den Luftraum kreuzen. Auch die Nähe zur Müllkippe von Arico zieht die Vögel an.

Um den Luftraum für die Maschinen freizuhalten und Unfällen durch Zusammenstöße mit Vögeln vorzubeugen, sind an beiden Flughäfen Teneriffas Falkner mit Greifvögeln im Einsatz. Meist sind es Falken und Adler, die darauf abgerichtet sind, Vogelschwärme aus ihrem Revier, sprich dem Flughafengebiet, zu vertreiben.

Der Zusammenstoß eines Vogelschwarms mit einem Flugzeug kann schwerwiegende Folgen haben, und auch wenn Vögel in die Triebwerke der Maschinen geraten, kann dies einen Unfall verursachen. Man denke dabei nur an die glimpflich abgelaufene Notwasserung der US-Airways-Maschine am 15. Januar 2009 auf dem Hudson River in New York. Auch hier war Vogelschlag die Ursache für die Probleme der Triebwerke.

Die Gefahr droht meist bei Start und Landung, und es gilt als erwiesen, dass der Großteil der Vogelschläge sich unterhalb von 1.000 Metern ereignet.

An Teneriffas Südflughafen Reina Sofía sind 20 Greifvögel im Einsatz, am Nordflughafen 16. Auch auf anderen kanarischen Flughäfen wird die Falknerei für die Flugsicherheit eingesetzt. Auf Gran Canarias Flughafen werden 22 Greifvögel gehalten, auf La Palma 17, auf Fuerteventura 21 und auf Lanzartoe 14. Nur auf den Flughäfen von La Gomera und El Hierro sind keine „geflügelten Wächter“ beschäftigt.

Seit Jahren beweisen die Flughafenfalkner, dass diese traditionelle Methode immer noch die beste ist, um für einen reibungslosen Flugverkehr ohne Unfälle zu sorgen.

Gut abgerichtet

Die Vögel werden in ihren Gehegen auf dem Flughafengelände gehalten, und Fachpersonal kümmert sich um die Pflege und Abrichtung. Die Pfleger der Greifvögel werden in rund zweimonatiger Arbeit für ihren besonderen „Job“ angelernt.

In einer ersten Lernphase werden die Tiere an die Menschenhand gewöhnt, auf die Zähmung folgt das Flugtraining zum Muskelaufbau und das Erlernen der Befehle, um die Vögel später gezielt auf die Jagd zu schicken. Die Trainer und Pfleger sehen ihre Schützlinge als „meist zahme und edelmütige Tiere, die dem Menschen nicht gefährlich werden und ihre Aufgabe hervorragend erfüllen.“ Sie entwickeln oft eine sehr enge Beziehung zu den Tieren, da sie viele Stunden am Tag mit ihnen verbringen.

Eine Idee von Dr. Félix Rodríguez de la Fuente

Die Falknerei an spanischen Flughäfen wurde auf Betreiben des Naturkundlers und Dokumentarfilmers Dr. Félix Rodríguez de la Fuente eingeführt. Im Jahr 1968 startete er unter dem Namen „Operación Baharí“ den ersten Versuch am Luftstützpunkt von Torrejón de Ardoz, der erfolgreich verlief. Ein Jahr später wurde die Falknerei am Flughafen Madrid Barajas eingeführt. Mittlerweile haben über 20 spanische Flughäfen die Falknerei zu einem festen Bestandteil ihrer Sicherheitsmaßnahmen gemacht.




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