Freie Fahrt für die Einwohner von La Aldea


„Herzlichen Glückwunsch, La Aldea“ stand auf der Tafel, als der neue Tunnel – der längste der Kanaren – freigegeben wurde. Foto: EFE

Am 7. April wurde der erste Abschnitt der Verbindungsstraße zwischen La Aldea de San Nicolás und Agaete eingeweiht

Gran Canaria – Unter großem Jubel der Einwohner von La Aldea, die schon oft wegen der Schließung der steinschlaggefährdeten alten Straße praktisch von der Außenwelt abgeschnitten waren, wurde am 7. April der erste Abschnitt der neuen Straße nach Agaete freigegeben.

Im Sommer 2009 wurde mit dem Bau der neuen Verbindungsstraße zwischen La Aldea und Agaete begonnen. Vorgesehen war eine Bauzeit von 40 Monaten, sodass diese dringend benötigte Infrastruktur eigentlich im Herbst 2012 fertiggestellt sein sollte. Doch dann sorgten die Finanzkrise und der Sparzwang bei der öffentlichen Verwaltung, widrige Wetterbedingungen und Steinschläge immer wieder für Verzögerungen.

Auf dem am 7. April freigegebenen, sieben Kilometer langen Abschnitt befinden sich der La Aldea-Tunnel – mit einer Länge von 3.162 m der längste der Kanarischen Inseln. Nach den Angaben von Regierungspräsident Fernando Clavijo aufgrund der modernen Ausstattung und Technik zudem „der sicherste Spaniens“– sowie die Brücke über den Barranco de La Arena. Ein drei Kilometer langes Stück muss noch fertiggestellt werden.

Dieser erste Abschnitt erlaubt den Einwohnern von La Aldea, sicher und schnell nach El Risco zu gelangen. Früher benötigten sie für diese Strecke 20 Minuten, nun nur noch 7 Minuten.  Ab El Risco müssen sie jedoch wieder die alte Straße benutzen, denn der Bau der zweiten Phase steht noch aus. Dieses erste Teilstück war mit 88 Millionen Euro veranschlagt worden, kostete die öffentliche Verwaltung schließlich 98 Millionen Euro.

Fernando Clavijo (3.v.r.) weihte den sieben Kilometer langen Abschnitt ein. Foto: EFE

Der Einweihung wohnten die wichtigsten Regional- und Inselpolitiker bei, darunter Fernando Clavijo, Präsident der Kanarischen Inseln, Pablo Rodríguez, Leiter des Bauressorts, Jorge Urrecho, Generaldirektor für Straßen beim Transportministerium, Mercedes Roldós, Vertreterin der Zentralregierung auf den Kanaren, Inselpräsident Antonio Morales und Tomás Pérez sowie Juan Ramón Martín, Bürgermeister von La Aldea bzw. Agaete.

Bei seiner Rede forderte Clavijo die Behörden auf, möglichst schnell die für den Bau der zweiten Phase bzw. des letzten Abschnittes zwischen El Risco und Agaete erforderlichen 190 Millionen Euro aufzubringen. Inselpräsident Antonio Morales sprach sich ebenfalls für eine Kooperation aller Behörden aus, um noch in diesem Jahr den Bau des zweiten Abschnitts in Auftrag geben zu können, in der Aussicht, diesen in drei oder vier Jahren fertigzustellen. Auch kündigte er an, unter den von der Abgeschnittenheit betroffenen Bürgern und Unternehmern La Aldeas 250.000 Euro als Entschädigung zu verteilen.

Viele Einwohner von La Aldea hatten sich eingefunden, um der langersehnten Freigabe des neuen Teilstücks – die Ortschaft war praktisch von der Außenwelt abgeschnitten – beizuwohnen. Die ersten Fahrzeuge, die auf der neuen Strecke fuhren, wurden mit Jubel und Beifall begleitet.




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