Forscher weisen Plastik in Speisefisch nach


Der Mageninhalt von 120 vor Gran Canaria und Lanzarote gefischten Makrelen wurde untersucht. Foto: pixabay

Im Magen von Makrelen, die auf Gran Canaria und Lanzarote gefischt wurden, fanden die Wissenschaftler Kunstfasern

Kanarische Inseln – Forscher der Universitäten Las Palmas de Gran Canaria, Politécnica de Valencia und Delaware (USA) haben eine gemeinsame Studie über das Ausmaß der Plastikverschmutzung der Meere durchgeführt und das Ergebnis im Februar im Fachmagazin „Marine Pollution Bulletin“ veröffentlicht, berichtete die Nachrichtenagentur EFE. Für die Studie haben die Wissenschaftler verschiedene Arten von Speisefischen untersucht und bei einem hohen Prozentsatz davon Mikroplastikpartikel im Magen gefunden. Nachdem bereits durch zahlreiche Publikationen Plastikpartikel im Verdauungsapparat von Speisefischen nachgewiesen wurden, kauften die Forscher von verschiedenen Fischern, die handwerklichen Fischfang an der Küste von Lanzarote und Gran Canaria betreiben, insgesamt 120 Makrelen, deren Mageninhalt sie analysierten. Dabei ergab sich, dass 94 der 120 Fische (78,3%) Plastikpartikel im Magen hatten. Aus den Fischmägen wurden 260 Mikroplastikpartikel entnommen, der Großteil davon (74,24%) synthetische Fasern, die vermutlich über die Waschmaschinen ins Abwasser und später ins Meer gelangen. Kläranlagen können die Fasern nicht vollständig herausfiltern.

Die Autoren der Studie beruhigen einerseits die Verbraucher, dass die Eingeweide von Makrelen bei keiner der herkömmlichen Zubereitungsarten auf den Tisch kommen, unterstreichen jedoch auch die wachsende Besorgnis angesichts der organischen Schadstoffe, die an dem Plastik haften, das die Fische schlucken, und die auf diese Weise in die Nahrungskette gelangen.

Die Tatsache, dass die Plastikpartikel, die in den Makrelen auf den Kanaren gefunden wurden, vorwiegend synthetische Fasern sind, ist die Haupt­erkenntnis der Studie. Auch in Fischen in Kalifornien wurden ähnlich hohe Anteile von Kunstfasern gefunden.

Bei jedem Waschmaschinengang werden Fasern ausgespült, die im Meer enden, sei es nach der Behandlung durch eine Kläranlage oder durch die ungeklärte Einleitung ins Meer. In ihrem Artikel beziehen sich die Wissenschaftler auf Quellen der kanarischen Regierung und zählen die Stellen auf, wo Abwasser ins Meer geleitet wird: 20 auf Gran Canaria und 31 auf Lanzarote. An vielen dieser Stellen ist nicht klar, ob und wenn ja, wie dieses Abwasser behandelt wird, bevor es ins Meer eingeleitet wird – davon gibt es 6 Stellen auf Gran Canaria und 22 auf Lanzarote. „Diese Abwassereinleitungen ins Meer könnten die Quelle für die Verschmutzung sein, vor allem im Falle der synthetischen Fasern, und würden erklären, warum die Belastung der Fische von Lanzarote (2,55 pro Exemplar) im Vergleich zu den Fischen von Gran Canaria (1,78) größer ist“, erklären die Forscher.




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