Flüchtlingsdrama vor Senegals Küste


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102 Immigranten bei der Überfahrt vom Senegal auf die Kanaren vermutlich ertrunken

Auf dem Weg zu den Kanarischen Inseln sind mindestens 80 afrikanische Flüchtlinge ertrunken. Das Boot war mit 127 Personen an Bord von Ziguinchor (Senegal) gestartet und war nach dreizehn Tagen auf hoher See gekentert. Nur 25 Menschen konnten gerettet werden, 102 werden noch vermisst.

Dakar – Einheiten der europäisch-senegalesischen Grenzschutzagentur Frontex und ein spanisches Aufklärungsflugzeug kooperieren bei der Suche nach den Schiffbrüchigen.

Nach Angaben von Überlebenden war ihr Boot bei starkem Seegang zweimal so stark gekippt, dass viele Gefährten von Bord gespült wurden und ertranken. Auch die Wasser- und Essensvorräte gingen über Bord, so dass viele verdursteten. Ein Fischerboot konnte nur 25 Bootsflüchtlinge retten und brachte sie in die senegalesische Stadt Saint Louis, wo sie ins Krankenhaus eingeliefert wurden.

Durch die tiefe Armut in Afrika haben 2006 bereits rund 25.000 afrikanische Flüchtlinge die gefährliche Überfahrt auf die Kanaren gewagt. Getreu dem Motto „Barça o barsaj“ („Barcelona oder die Hölle“) setzen sie in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft ihr Leben aufs Spiel.

Immer wieder kommt es dabei zu menschlichen Tragödien, die von der Weltöffentlichkeit kaum noch wahrgenommen werden. Paulino Rivero, Präsident von Coalicón Canaria kritisierte das Verhalten der internationalen Gemeinschaft angesichts des Dramas aufs Schärfste. „Hätte es sich um ein Zugunglück oder einen Flugzeugabsturz gehandelt, wären alle bestürzt. Da es aber nur Afrikaner waren, kümmert es keinen.“




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