Festnahme im Fall des Auftragsmordes an Carlos Machín


Foto: Pixabay

Der Anwalt Evaristo González ist der mutmaßliche Auftraggeber des Attentats

Teneriffa – Dreizehn Monate nach dem Auftragsmord an dem Unternehmer Carlos Machín Quintero auf dem Parkplatz einer Sprachschule im Stadtteil La Verdellada von La Laguna hat die Polizei mehrere Verdächtige verhaftet. Einer davon ist der Anwalt und Nachtclubbetreiber Evaristo González Reyes, der unter Verdacht steht, der Auftraggeber des Attentats auf seinen ehemaligen Geschäftspartner und früheren Geschäfts- führer zweier Nachtlokale zu sein. Haus und Büro von González wurden durchsucht.

Der von El Hierro stammen­de Carlos Machín Quintero, der zum Zeitpunkt seiner Ermordung 51 Jahre alt war, hatte seit seinem 17. Lebensjahr im „Cuadrilátero“, dem Vergnügungsviertel von La Laguna im Umfeld der Avenida Trinidad, gearbeitet. Zuletzt als Geschäftsführer der beliebten Lokale „Kapitel“ und „El Palco“, als rechte Hand von Evaristo González. Schon drei Jahre vor seinem gewaltsamen Tod hatte er sich aus dem Nachtleben zurückgezogen, um mehr Zeit für seine Frau und seine drei Kinder zu haben. Seitdem betätigte er sich als Unternehmer.

Beide, González und Machín, waren bzw. sind in den Fall „Corredor“ verwickelt, der seit zehn Jahren Polizei und Gerichte beschäftigt. Dabei geht es u.a. um Sozialversicherungsbetrug durch Gründung immer neuer Firmen und den Konkurs der vorherigen Gesellschaften. Am Rande trat in diesem Fall auch der heutige Kanarenpräsident Fernando Clavijo, damals Bürgermeister von La Laguna, in Erscheinung.

Im Verlauf dieses Gerichtsverfahrens sind bändeweise Akten verschwunden und Daten gelöscht worden. In Gang gebracht wurde der Fall durch die Anzeige eines Konkurrenten, auf dessen Lokal Evaristo Gónzalez Gerüchten zufolge drei Brandanschläge verüben ließ. Die Staatsanwaltschaft fordert für ihn im Fall „Corredor“ eine Gefängnisstrafe von 44 Jahren.

Doch Machín war zum Zeitpunkt seiner Ermordung für diesen Fall nicht mehr relevant, sollte nicht einmal mehr als Zeuge vorgeladen werden. Somit ist unklar, ob hierin ein Motiv für das Attentat liegen könnte.

Außer González wurden  der mutmaßliche Todesschütze, der Fahrer des Fluchtwagens und ein Mann, der die beiden Täter berherbergte, festgenommen. Zwei Männer, die das Tatfahrzeug tags zuvor gestohlen hatten, wurden wieder auf freien Fuß gesetzt, da sie glaubhaft machen konnten, nicht gewusst zu haben, zu welchem Zweck es verwendet werden sollte.




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