Fernando Clavijo: Es gibt noch viel zu tun


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Auch wenn sich die Lage langsam bessert, hält die soziale Krise an

Auf einer Tagung über Ungleichheit und Armut auf Gran Canaria erklärte Regionalpräsident Fernando Clavijo, die neuesten Daten zur Arbeitslosigkeit und Armut seien weiterhin besorgniserregend. Es gäbe noch viel zu tun, um die Folgen der Krise zu bewältigen, gestand er ein.

Der Regionalpräsident erklärte den Anwesenden, der schlimmste Teil der Krise sei überstanden. So habe die neueste Umfrage zur Aktiven Bevölkerung (EPA), die als besonders zuverlässig gilt, ergeben, dass die Arbeitslosenquote von knapp 31% im Juli vergangenen Jahres auf knapp 27% im Dezember vergangenen Jahres gesunken sei, wobei es sich um den niedrigsten Stand in den letzten sieben Jahren gehandelt habe. Im vergangenen Jahr sei die Zahl der Beschäftigten um 54.700 gestiegen, womit am Jahresende 803.300 Canarios eine Beschäftigung hatten. Dabei handele es sich um den positivsten Stand der letzten acht Jahre. 

Trotzdem halte die soziale Krise bei vielen Canarios an. Zwar sei die Arbeitslosenquote gesunken, doch weiterhin sei jeder Vierte ohne Arbeit. 

Daher habe es sich sein Kabinett zum Ziel gesetzt, die sozialen Probleme anzugehen. „Wir arbeiten an einem strategischen Plan zur sozialen Wiedereingliederung und Bekämpfung der Armut auf den Kanaren,“ gab Clavijo bekannt. Die Posten für die Sozialhilfe und die Pflegehilfe seien bereits aufgestockt worden. 

Langfristig müsse ein Wandel des Wirtschaftsmodells stattfinden. Die Wirtschaft müsse diversifiziert werden, um mehr Langzeitarbeit zu schaffen. Um das zu erreichen, sei die Mitarbeit aller erforderlich. 

900 Euro im Monat

Eine vor Kurzem durchgeführte Umfrage des Zentrums für soziologische Studien brachte zutage, dass die Hälfte der kanarischen Familien mit weniger als 900 Euro im Monat auskommen muss. Jeder Fünfte gab an, über keinerlei Einkommen zu verfügen. Über 70% der Canarios halten die Wirtschaftslage für schlecht, für knapp 50% wäre es wünschenswert, dass die Regionalregierung mehr in die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit investieren würde. 




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