Fang frei in Marokkos Gewässern


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Marokkos Parlament bestätigt das Fischereiabkommen

Dieser Tage wurde das im Dezember vom EU-Parlament gebilligte Fischereiabkommen (das Wochenblatt berichtete) vom marokkanischen Parlament ratifiziert, womit die nahe Zukunft der kanarischen Fischer fürs Erste gesichert zu sein scheint.

Marokko – Das Abkommen erlaubt den Schiffen der europäischen Fischereiflotte die Rückkehr in die marokkanischen Hoheitsgewässer im Westen Afrikas. Für Spanien ist dieses Abkommen so wichtig, weil der Großteil der genehmigten Fischfänger – 100 Schiffe von 126 – zur spanischen Flotte gehören. Darunter befinden sich rund 40 kanarische Fischtrawler, die seit Auslaufen des Abkommens im Jahr 2011 und des Scheiterns einer Verlängerung (das Wochenblatt berichtete) wortwörtlich auf dem Trockenen lagen. Viele kanarische Familien bangten um ihre Existenz.

Umso größer ist nun die Erleichterung. Gabriel Jiménez, Präsident der Fischereigenossenschaften der Provinz Las Palmas, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur EFE, für die auf den Fang von Thunfisch und nahe dem Meeresboden lebenden Fischarten wie Rotbrasse (sama) oder Wrackbarsch (cherne) sowie Makrelen (jurel) spezialisierten Fischkutter handele es sich dabei um eine sehr „positive“ Nachricht. Doch werfe das neue Abkommen auch einige „Probleme“ auf. So sei der Preis für die Fanglizenzen in den marokkanischen Gewässern um das Doppelte erhöht worden. Darüber hinaus verpflichte das Abkommen die kanarischen Fischkutter, 25% ihrer Erträge auf marokkanischem Gebiet zu entladen, was den Treibstoffverbrauch und die Kosten erhöhe. Auch befürchten die Fischer, dass in den vergangenen zwei Jahren die Fischgründe von anderen Flotten ausgebeutet worden sind und kaum mehr Fang vorhanden ist.

Nach der Ratifizierung durch das marokkanische Parlament steht nun nur noch die Bestätigung von König Mohammed VI. aus. Dann tritt die Übereinkunft, die vier Jahre lang gültig ist, in Kraft. Der zuständige Minister Miguel Arias Cañete feierte kürzlich das neue Abkommen als „einen der größten Erfolge der Fischereipolitik“, Gegner kritisieren die Ausbeutung der Fischgründe, die eigentlich den West-Saharauis gehören.

Foto: Carlos Domínguez, Generalsekretär für Fischerei des Landwirtschaftsministeriums (l.), und Gabriel Mato, Abgeordneter des EU-Parlaments (r.), trafen sich dieser Tage mit Vertretern der Regionalregierung und der Fischer und gaben bekannt, dass die Internationale Schutzkommission für den Thunfisch im Atlantik (ICC CAT) die harten Maßnahmen zur Erhaltung des stark überfischten Roten Thun gelockert hat. Die Fangsaison beginnt nun im Juni und dauert bis August, die Fangquote wurde auf maximal 58 Tonnen festgesetzt.  




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