Erlernt oder angeboren?


Das mittlerweile vier Monate alte Orca-Kalb bei einem der Versuche. Foto: Loro Parque

Wissenschaftler des Loro Parque und der Süddänischen Universität führen eine Studie über den Ortungssinn und die Beutesuche von Schwertwalen durch

Teneriffa – Wissenschaflter des Loro Parque haben jüngst eine Zusammenarbeit mit Kollegen der Süddänischen Universität gestartet, um das Wissen über den Ortungssinn von Schwertwalen und deren Beutejagd zu vertiefen. Orcas nutzen Laute, um zu kommunizieren und die Echoortung, wenn sie auf die Jagd gehen. Die Studie, bei der die Orca-Kuh Morgan und ihr Junges eine Schlüsselrolle spielen, soll Aufschluss darüber geben, ob dieses Verhalten angeboren oder erlernt ist.

Morgan brachte im September 2018 ihr erstes Kalb zur Welt, das gesund und kräftig heranwächst. Durch Experimente, die im Loro Parque durchgeführt werden, wollen die Forscher feststellen, ob die Echoortung bei Schwertwalen eine angeborene Fähigkeit ist oder erlernt werden muss.

Bei anderen Meeressäugern, den Delfinen, wurde durch wissenschaftliche Experimente festgestellt, dass Jungtiere im Alter von drei bis vier Wochen mit der Echoortung beginnen können. Bei den Orcas ist dies bislang kaum erforscht.

Das wissenschaftliche Projekt der Süddänischen Universität und des Loro Parque soll nun Ergebnisse liefern, die dazu beitragen könnten, das Verhalten von Schwertwalen besser zu verstehen und diese Meerssäuger besser zu schützen, indem Risiken durch Lärm genauer berechnet werden können. Auch Schätzungen des Alters von Orcas könnten möglicherweise durch Aufnahmen ihrer Laute genauer werden.

Durch die Begleitung von Morgans Kalb beim Heranwachsen versprechen sich die Forscher neue Erkenntnisse über die Entwicklung der Echoortung bei Orcas. Sie wollen feststellen, wie dieser Prozess beginnt und ab wann ein Jungtier fähig ist, sein Biosonar so einzusetzen wie ein ausgewachsenes Tier.

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