Erbschafts- und Schenkungssteuer soll angehoben werden


Die kanarische Regierung - auf dem Foto bei einer ihrer Sitzungen - will insbesondere größere Vermögen stärker belasten. Foto: EFE

Unter einem Wert von 300.000 Euro soll die Steuerermäßigung von 99,9% weiter bestehen bleiben

Kanarische Inseln – Ab 1. Januar 2020 sollen neue Regelungen bei der Erbschafts- und Schenkungssteuer gelten, die in den letzten Jahren auf 0,01% des Regelsatzes gesenkt und somit fast abgeschafft worden war. Die neue Regionalregierung will die Abgabe nun wieder erhöhen. 

Nach Angaben des Finanzressorts werde die Anhebung den Großteil der Erben – etwa 80% – nicht treffen, denn die meisten würden ein Erbe im Wert von unter 300.000 Euro antreten. Erst ab diesem Grenzwert soll die Steuer  in Stufen von 50.000 Euro um 10% erhöht, und ab 1,1 oder 1,2 Millionen Euro soll der Steuersatz zu 100% fällig werden. Es wird Ausnahmeregelungen für Kinder unter 21 Jahren und spezielle Bonifikationen für Ehepartner, Eltern und Kinder über 21 geben.

Das Finanzressort geht von Mehreinnahmen von 18,6 Millionen Euro aus, sollte die stufenweise Senkung der Steuerermäßigung beschlossen werden.  

Bislang gehörten die Kanaren zu den Regionen, welche die Erbschafts- und Schenkungssteuer praktisch abgeschafft hatten. Die neue sozialistische Regionalregierung könnte den anderen PSOE-regierten Regionen nachfolgen, die ebenfalls Erbschaften höher besteuern. 

Zigaretten werden teurer

Auch die Steuer auf Zigaretten soll angehoben werden, sodass die Packung im nächsten Jahr im Durchschnitt 10 Cent mehr kosten könnte. 

Für Zigarren soll die Abgabe erst später stufenweise erhöht werden. Damit reagiert die Region auf einen ausdrücklichen Wunsch der kanarischen Tabakindustrie, die in den vergangenen Jahren erhebliche Investitionen getätigt hat, um die Produktion zu modernisieren und sich den schärferen Bestimmungen der EU anzupassen. 

Mit dieser Erhöhung würde die Region, an die etwa die Hälfte der Abgabe fließt, 7,1 Millionen Euro mehr einnehmen. 

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