Eine Gedenktafel erinnert an den Untergang der Berge Istra


Imeldo Barreto (Mitte) und Epifanio Perdomo (rechts hinter ihm) am Tag der Enthüllung der Gedenktafel im Kreis von Freunden und Verwandten. Foto: Ayto La Laguna

Zwei Seeleute von Teneriffa überlebten 1975 als einzige die Katastrophe

Teneriffa – In Punta del Hidalgo wurde dieser Tage eine Gedenktafel enthüllt, die an die Opfer des Untergangs des Frachters Berge Istra im Jahr 1975 erinnert. 29 der 31 Mann Besatzung kamen damals ums Leben, darunter zehn von den Kanarischen Inseln. Die einzigen beiden Überlebenden stammen von Teneriffa. Imeldo Barreto aus Punta del Hidalgo und Epifanio Perdomo aus Taganana, heute über achtzig Jahre alt, trieben 19 Tage lang auf einem hölzernen Rettungsfloß auf dem Pazifik, bevor sie wie durch ein Wunder doch noch gerettet wurden. Gemeinsam enthüllten sie, begleitet von ihren Familien und Nachbarn, die Gedenktafel, die an dem kleinen Platz zwischen den Apartamentos Altagay und dem Restaurant La Caseta angebracht wurde. Zahlreiche Mitglieder des Stadtrates waren ebenfalls zugegen, und der Bürgermeister von La Laguna, José Alberto Díaz, überreichte den beiden Männern eine Ehrenmedaille.

Ein Foto der Berge Istra, deren Wrack nie gefunden wurde

Der norwegische Schüttgutfrachter Berge Istra war ein Koloss von 315 Metern Länge und 50 Metern Breite. Er war von Brasilien nach Japan unterwegs und hatte Öl und Eisenerz geladen. Vor den Philippinen ordnete der Kapitän großflächige Schweißarbeiten auf dem Achterdeck an. Um vier Uhr am Nachmittag löste Epifanio Perdomo seinen Kameraden Imeldo Barreto bei der Deckswache ab. Die Schweißarbeiten waren fast abgeschlossen. Plötzlich war ein Zischen zu hören, eine Erschütterung lief durch das Schiff, dann gab es eine gewaltige Explosion, Rauch und Flammen hüllten das Achterschiff und die Backbordseite ein. Der Frachter legte sich auf die Seite, die Fracht verrutschte und das Schiff begann, auseinanderzubrechen. Imeldo, Epifanio und zwei kanarische Kameraden schafften es zu einem Rettungsfloß und begannen es loszubinden. Dann ging das Heck unter, und der Bug stellte sich steil in die Luft, sodass sie sich anklammern mussten, um nicht fast 200 Meter von dem nun hoch aufragenden Vorderdeck in die Tiefe zu stürzen. Imeldo sah, wie einige Kameraden fielen und andere, darunter auch Epifanio, von Gegenständen am Kopf getroffen wurden.

20 Tage schutzlos den Elementen preisgegeben

Das Schiff sank binnen weniger Minuten, und als das Wasser ihn erreichte, wurde Imeldo zunächst vom Strudel des sinkenden Schiffs so tief hinabgezogen, dass ihm durch den Druck fast die Trommelfelle platzten. Doch dann schaffte er es, sich schwimmend aus dem Strudel zu befreien und die Oberfläche zu erreichen. Außer einem riesigen Ölfleck, einigen Decksteilen und dem Rettungsfloß war nichts mehr von dem Frachter übrig. Als er sich auf die Korkplattform hinaufzog, bemerkte er direkt neben dem Floß Epifanio, der mit dem Gesicht nach unten im Wasser trieb und zog ihn herauf. Epifanio war schwer verletzt, und beide hatten im Sog des Untergangs fast alle Kleidung verloren.

So trieben sie ohne Schutz vor Sonne und Sturm, mit nur vier Litern Wasser und ein paar Keksen im Pazifik. Erst nach zwanzig Tagen wurden sie ohnmächtig und fast tot auf dem Floß liegend von einem japanischen Frachter entdeckt und gerettet.

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