Ein Schwimmdock für Santa Cruz?


Die Ost-Mole des Hafens von Santa Cruz. Foto: puertos de tenerife

Ein 80.000-Tonnen-Dock aus New Orleans könnte die Schiffsbaubranche in Teneriffas Hauptstadthafen weiter beleben

Teneriffa – Huntington Ingalls Industries, eine US-amerikanische Werftengruppe mit Schwerpunkt Militärschifffahrt, soll ein 80.000-Tonnen-Schwimmdock der ehemaligen Avondale-Werft in New Orleans an eine kanarische Werft verkauft haben, wie unterschiedlichen Medienberichten dieser Tage zu entnehmen war. Das Schwimmdock soll bereits auf dem Weg und vermutlich für den Hafen von Santa Cruz bestimmt sein. In dem Dock können gleichzeitig zwei über 200 m lange Schiffe repariert oder eine Bohrinsel gebaut werden.

Die heute nicht mehr existierende Avondale-Werft nahm das betreffende Schwimmdock 1967 in New Orleans in Betrieb. In den goldenen Jahren des US-amerikanischen Schiffsbaus sollen hier 26.000 Menschen beschäftigt gewesen sein. Es wurden unter anderem die USS New York, ein Lastschiff für amphibische Kriegsfahrzeuge, bei deren Herstellung Stahl aus den Trümmern des zerstörten World Trade Centers verwendet wurde, und ihr Schwesternschiff, die USS Somerset, gebaut. 2010 wurde die Werft geschlossen; damals beschäftigte die Werft noch 5.000 Mitarbeiter und 6.500 Personen indirekt. 2015 wurde das Schwimmdock von Huntington Ingalls Industries für 95 Millionen Euro angeboten.

Nun berichteten zwei hiesige Zeitungen, Huntington Ingalls Industries habe den Verkauf des Schwimmdocks an eine kanarische Werft bestätigt, wolle jedoch keine Angaben über den Namen des Käufers oder die Verkaufssumme machen.

Das Schwimmdock soll bereits auf dem Weg sein und die Mississippi-Mündung verlassen haben. Ende des Jahres könnte das Dock Teneriffa erreichen. Die genannten Medien gehen jedenfalls davon aus, das Dock sei für die Ost-Mole von Teneriffas Hauptstadthafen bestimmt, was von der Hafenbehörde und den in Frage kommenden Unternehmen weder bestätigt noch verneint wurde. Allein Luis Ibarra, Präsident der Hafenbehörde von Las Palmas de Gran Canaria, erklärte, in seinem Hafen sei kein Platz für eine Struktur solcher Ausmaße. Auch gab es in Santa Cruz schon seit Langem die Forderung nach einem Schwimmdock, nachdem sich Teneriffas Hafen in Sachen Reparatur von Bohrinseln einen Namen gemacht hat und Unternehmen der Branche Fuß gefasst haben.   

Mit dem 80.000-Tonnen-Schwimmdock aus New Orleans würde die Schiffsbaubranche in Santa Cruz weiteren Aufwind erhalten, denn das Dock erlaubt die gleichzeitige Reparatur von zwei über 200 m langen Schiffen oberhalb des Wassers. Im Laufe eines Jahres können bis zu 80 Schiffe repariert werden. Die Schaffung von Arbeitsplätzen wäre eine weitere positive Konsequenz.

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