Ein Jahr Verbannung


In diesem Zeltlager leben diejenigen Einwohner von Bajo la Cuesta, die keinen Mietzuschuss von der Stadt erhalten, seit nunmehr einem Jahr. Foto: alejandro jimeno domínguez

Die Anwohner von Bajo la Cuesta warten auf die Aufnahme der Bauarbeiten zur Absicherung des Steilhanges, denn bislang ist kaum etwas geschehen

Teneriffa – Die Anwohner von Bajo la Cuesta, einer kleinen Ansiedlung am Meer, die zu Candelaria gehört, haben ihre Proteste vor dem Rathaus wieder aufgenommen. Sie sind verzweifelt und erbost über die „Passivität und das absolute Schweigen“ der Stadtverwaltung bezüglich der ersten Phase der Absicherungs- und Stabilisierungsarbeiten am Steilhang von Bajo la Cuesta. Es handelt sich dabei um Bauarbeiten, derentwegen die Einwohner vor mittlerweile einem Jahr per gerichtliche Anordnung aus ihren Häusern verwiesen wurden, obwohl von ihnen selbst niemand den Eindruck hatte, sich in unmittelbarer Gefahr durch Steinschlag zu befinden.

Seitdem ist kaum etwas geschehen. Es gab regelmäßige Ankündigungen, dass die Bauarbeiten bald beginnen würden, doch ein Ende der Verbannung, die den Betroffenen doppelte Wohnkosten oder Obdachlosigkeit beschert, ist noch immer nicht abzusehen. Zunächst hieß es, es fehle eine Erlaubnis der Küsten-Umweltbehörde, doch diese liegt seit Juli vor, und dennoch baut der Stromversorger Endesa, der für einen Teil des Steilhanges zuständig ist, nicht weiter.

Die Opposition im Stadtrat, Vecinos por Candelaria, fordert, die Verantwortlichen angesichts des „Leids der Anwohner“ zur Rechenschaft zu ziehen und „endlich zu handeln, damit diese seit einem Jahr währende unmenschliche Behandlung ein Ende findet“.

Die Stadtverwaltung erklärt dazu, sie warte selbst auf die Beendigung der Arbeiten durch Endesa. Danach könnten die ersten 16 Familien in ihre Häuser zurückkehren. Doch das längere Teilstück des Steilhanges stellt ein noch größeres Problem dar, weil es einer inaktiven Firma namens Dani Ran gehört. So muss das Ayuntamiento von Candelaria die Baukosten vorschießen und versuchen, sie später von dem Unternehmen erstattet zu bekommen. Niemand weiß, wann mit der Absicherung dieses Teils des Hanges begonnen, geschweige denn, wann diese abgeschlossen sein wird.




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