Ein Hotel mit Hühnerstall


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Tourismus im Biosphärenreservat Fuerteventura auf dem Weg der Diversifikation

Die Ferieninsel Fuerteventura wurde 2009 von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt. Die große Vielfalt an Ökosystemen der ältesten Kanareninsel, die von wüstenhaftem Land über grüne Oasen bis zu den Küsten- und Meereshabitats reichen, ebenso wie die Tierwelt waren ausschlaggebende Faktoren dafür.

Nun bemüht sich die Insel um eine „grünere“ Gestaltung ihres Tourismusangebots, um den Erwartungen, die aus der Erklärung zum Biosphärenreservat erwachsen, gerecht zu werden.

Das Viersternehotel Jandía Princess ist das erste Hotel der Insel, das die Empfehlungen der UNESCO für Biosphärenreservate, die als „Lernorte für nachhaltige Entwicklung“ beispielgebend im einträchtigen Zusammenleben von Mensch und Natur sein sollen, umsetzt. Das Familienhotel, das neuerdings auch über einen sogenannten Adults-only-Bereich verfügt, bietet seinen Gästen neben Badespaß im Pool, entspannendem Chill-out und einem abwechslungsreichen Unterhaltungsprogramm nun auch einen hauseigenen Viehstall und einen Öko-Gemüsegarten. Vor allem die jüngeren Gäste sind angesprochen, sich persönlich einzubringen und gemeinsam mit dem Fachpersonal für die Versorgung der Tiere – Schafe einheimischer Rasse, Hühner und Hasen – zu sorgen. Sie dürfen die Hühnereier einsammeln, die Tiere füttern und die Jungtiere hüten. Parallel dazu lernen sie die verschiedenen Tierarten kennen, erfahren mehr über deren Habitat, Ernährung und mehr.

Neben dem Viehstall wurde ein Bio-Gemüsegarten angelegt, in dem Tomaten, Wassermelonen, Radieschen und mehr angebaut werden. Kleine Gärtner dürfen bei der täglichen Bewässerung helfen, den Pflanzen beim Heranwachsen zusehen und sie gegebenenfalls noch während ihres Ferienaufenthaltes ernten.

Hoteldirektor Tomás de Vera freut sich über den Erfolg der „grünen“ Initiative, den er auch darauf zurückführt, dass es ähnliche Angebote bislang in kanarischen Strandhotels nicht gibt. Bei den Familien, die ihre Sommerferien im Jandía Princess verbracht haben, sei der neue Ökobereich des Hotels sehr gut angekommen, und auch Reiseveranstalter wie Thomson zeigen reges Interesse an dem neuen Angebot.

Für die Wintersaison soll der Tierbereich um Stallungen für Ziegen und ein Dromedar erweitert werden. Die auf Fuerteventura heimischen Dromedare – Camellos Majoreros – gehörten seinerzeit zum typischen Landschaftsbild der in weiten Teilen wüstenhaften Insel. Aufgrund seiner außerdordentlichen Widerstandskraft und Ausdauer wurde das Dromedar früher für den Gütertransport und in der Landwirtschaft eingesetzt. Heute sind die Dromedare meist nur noch eine Touristenattraktion, wie bei den „Kamelsafaris“.




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