Düstere Zeiten für das Nachtleben

Die meisten Diskotheken und Nachtclubs können unter den zurzeit gültigen Auflagen nicht öffnen. Foto: EFE

Die meisten Diskotheken und Nachtclubs können unter den zurzeit gültigen Auflagen nicht öffnen. Foto: EFE

Diskotheken- und Nachtklubbesitzer haben einen Interessenverband gegründet

Kanarische Inseln – Die kanarischen Nachtlokale und Diskotheken dürfen ihren normalen Betrieb noch immer nicht wieder aufnehmen. Nur Terrassen, eine Einrichtung über die 97% der Lokale im Nachtleben schon wegen der Lärmentwicklung nicht verfügen, dürfen geöffnet und Gäste an Tischen sitzend bedient werden – alles mit dem gebührenden Abstand, versteht sich. Eine Diskothek kann auf diese Weise kaum betrieben werden, und so sind die Betreiber weiterhin zur Untätigkeit verurteilt. Die Hilfen, welche die Kanarenregierung für den Sektor angekündigt hat, lassen auf sich warten, eine Perspektive wird den Unternehmern des Nachtlebens nicht aufgezeigt.
Die schwierige Lage hat nun dazu geführt, dass Konkurrenzdenken und Animositäten innerhalb der Branche hintangestellt wurden und erstmals eine regionale Interessenvertretung, die Asociación Ocio Nocturno de Canarias, begründet wurde, die alle Inseln umfasst. Unter dem Leitgedanken #ocioresponsable (verantwortliche Freizeitgestaltung) erarbeiten die Diskotheken- und Kneipenbetreiber Hygienestandards, die den siche- ren Betrieb der Lokale ermöglichen sollen, und fordern Lösungen: „Wir wollen arbeiten und unsere Angestellten weiterbeschäftigen”, bekräftigen sie. Über 10.600 Arbeitnehmer arbeiten im kanarischen Nachtleben, und indirekt hängen noch weitere Existenzen – Unterhaltungskünstler, Lieferanten etc. – von diesem Sektor ab.
Am 10. Juni, berichten Vertreter des Verbandes, habe man schriftlich bei der Kanarenregierung eine Arbeitsgruppe gefordert, um eine Perspektive zu erarbeiten, doch bis heute sei keine Antwort gekommen. Man habe nur Gespräche mit Oppositionsparteien (CC und PP) führen können. Bis heute habe man keinerlei Erklärung dafür erhalten, warum das Nachtleben komplett geschlossen bleibe.

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