Drei Kasinos zum Gesamtpreis


Das Kasino Playa de las Américas stand vor vier Jahren schon einmal zum Verkauf. Foto: Moisés Pérez

Die Inselverwaltung will ihre Kasinos für 25 Millionen Euro verkaufen

Teneriffa – Am 24. September wurden im Offiziellen Gesetzblatt der Provinz Santa Cruz de Tenerife die Ausschreibungsbedingungen zum Erwerb der drei Cabildo-eigenen Kasinobetriebe in Santa Cruz, Puerto de la Cruz und Playa de las Américas bekannt gegeben. Inselpräsident Carlos Alonso erklärte, mit dem Verkaufserlös wolle man den Bau von Pflegeheimen finanzieren.

Bereits vor vier Jahren hatte die Inselverwaltung den Versuch unternommen, das Kasino Playa de las Américas zu verkaufen. Sie hatte 20,8 Millionen Euro für das damals einzige gewinnbringende Kasino Teneriffas verlangt. Der Erwerb und die Konzession für zehn Jahre wurden an verschiedene Bedingungen geknüpft: So wurde beispielsweise dem möglichen Käufer aufgebürdet, die komplette Belegschaft für mindestens zwei Jahre unter den geltenden tarifvertraglichen Be­-

dingungen weiter zu beschäftigen. Ebenso ein touristisches Projekt in der Gemeinde Adeje, beispielsweise den Bau eines neuen Hotels, oder die Renovierung eines bestehenden, durchzuführen. Wer das Kasino erwerben wollte, sollte darüber hinaus bei Neueinstellungen arbeitslose Einheimische oder Residenten bevorzugen und zwei Prozent der Einnahmen aus dem Glücksspiel einem Sozialwerk stiften. Damals meldeten sich mehrere Interessenten, doch es kam zu keinem Vertragsabschluss.

Jetzt startet das Cabildo einen neuen Versuch und bietet die drei Kasinos in Santa Cruz, Puerto de la Cruz und Playa de las Américas zu einem Gesamtpreis von 24,9 Millionen Euro an. Wie bereits vor vier Jahren wird der Erwerb von Auflagen abhängig gemacht: Dazu gehört ebenfalls die Durchführung eines touristischen Projektes in der jeweiligen Gemeinde, in dessen Rahmen mindestens 4,5 Millionen Euro in den Neubau oder in die Renovierung eines touristischen Unternehmens, vorzugsweise eines Hotels, zu investieren sind. Dieses Projekt muss innerhalb von vier Jahren umgesetzt sein und in irgendeinem Bezug zu dem Spielbetrieb des Kasinos stehen. Weiterhin hat das Unternehmen, das den Zuschlag erhält, die 121 Angestellten der drei Kasinos für mindestens zwei Jahre unter denselben Bedingungen weiter zu beschäftigen. Ab Veröffentlichung des Verkaufsangebots am 24. September wurde eine Frist von 45 Tagen zur Einreichung der Angebote eingeräumt. Danach beginnt eine einmonatige Frist für die Überprüfung der Solvenz der Unternehmen. Dem schließt sich ein Zeitraum von vier Monaten zum Studium der Angebote an.

Cabildo-Präsident Carlos Alonso kündigte an, mit dem Verkaufserlös den Bau neuer Pflegeheime finanzieren zu wollen. „Wir haben klare Prioritäten gesetzt. Wir wollen unsere Anstrengungen auf Aktionen und Projekte richten, die das Leben der Bürger verbessern, und uns von Dingen abwenden, die nicht vordergründig und nicht typisch für eine öffentliche Verwaltung sind, wie im Falle der Kasinos,“ so Alonso.

Die Gewerkschaften, die die Kasino-Mitarbeiter vertreten, reagierten mit Protest gegen die „Privatisierung der sanierten Kasinos“, die zu einem Ramschpreis angeboten würden. Schließlich sei der damalige Preis für ein Kasino nur minimal angehoben worden, jedoch würden jetzt nicht eines, sondern drei Kasinos angeboten. Dabei seien alle drei Glücksspielstätten inzwischen saniert. Des Weiteren bemängelten die Arbeitnehmervertreter die ungenügende Absicherung der Beschäftigten.




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