Die Zukunft der Mobilität zwischen den Inseln: fliegende Schiffe


Foto: © Aron flying ships ltd.ƒ

Das Unternehmen Canary Islands Wigs will ab 2021 Bodeneffektfahrzeuge für den Personentransport einsetzen

Kanarische Inseln – Das Unternehmen Canary Islands Wigs (Ciwigs) möchte ab dem Jahr 2021 eine neue und revolutionäre Möglichkeit des Personentransports zwischen den Inseln einführen: fliegende Boote. Was sich futuristisch anhört, wird noch in diesem Jahr in Südkorea (zwischen der Stadt Pohang und der Insel Ulleungdo) umgesetzt, und die Kanarischen Inseln könnten weltweit der zweite Ort sein, an dem sogenannte Bodeneffektfahrzeuge für den Passagiertransport eingesetzt werden.

Bodeneffektfahrzeuge, auch unter dem russischen Namen Ekranoplan oder dem englischen Ground effect vehicle (GEV) oder Wing-in-ground (WIG) effect craft bekannt, sind Fahrzeuge, die in geringer Höhe über ebene Oberflächen, meist das Meer, gleiten und dabei den Bodeneffekt nutzen. Darunter versteht man das physikalische Phänomen, das ein umströmter Körper in Bodennähe erfährt, durch das dynamischer Auftrieb entsteht.

Obwohl die Fahrzeuge aussehen wie Flugzeuge und auch tatsächlich über das Meer fliegen, sind sie je nach Modell wegen der geringen Flughöhe dem Schifffahrtsrecht unterworfen. Das Modell Aron M80, das Ciwigs auf den Kanarischen Inseln einsetzen möchte, wäre eines dieser Gefährte. Doch obwohl die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) Bodeneffektfahrzeuge anerkennt und für die zivile Schifffahrt zugelassen hat, muss jedes Land, in dem diese Fahrzeuge zum Einsatz kommen, eine eigene gesetzliche Regelung für die Zulassung dieses Transportmittels treffen. Dies wurde in Spanien im November 2017 auf Betreiben der kanarischen Regierung von der staatlichen Schifffahrtsbehörde Dirección General de la Marina Mercante mit einer Arbeitsgruppe in Angriff genommen, die einen Gesetzentwurf erstellt hat. Wenn dieser als „Real Decreto“ verabschiedet ist, wird Spanien das europaweit erste Land sein, das eine gesetzliche Regelung für den Einsatz von Bodeneffektfahrzeugen zu zivilen Zecken trifft.

Gerardo Morales Hierro von Ciwigs kündigte an, dass das erste Bodeneffektflugzeug des Typs Aron M80 des koreanischen Herstellers Aron Flying Ship Ltd. im Sommer 2020 in Testbetrieb gehen wird. Mit dem regulären Personentransport hofft er, im Sommer 2021 beginnen zu können, zunächst zwischen Santa Cruz de Tenerife und Las Palmas de Gran Canaria, später könnten weitere Strecken dazukommen.

Das Modell M80 von Aron Flying Ships Ltd, das auf den Kanaren eingesetzt werden soll, benötigt lediglich eine Start- bzw. Landungsstrecke von 500 bis 800 Metern. Danach schwebt es mehrere Meter über der Meeresoberfläche. Foto: Aron Flying Ships Ltd.

Bis zu 40 Fahrten pro Tag könnten erfolgen, im Winter zwischen 7.00 und 18.30 Uhr, im Sommer zwischen 7.00 und 20.00 Uhr. Auch wenn die Tarife noch nicht endgültig festgelegt wurden, könnte ein Ticket für kanarische Residenten (Hin- und Rückfahrt) um die 50 Euro kosten.

Höchstgeschwindigkeit 100 km/h

Das Bodeneffektfahrzeug Aron erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 100 Stundenkilometern, die durchschnittliche Reiseflughöhe beträgt zweieinhalb Meter über der Meeresoberfläche. Um den Auftrieb zu erreichen, braucht das Fluggerät eine Startstrecke zwischen 500 und 800 Metern.

Die kleinen Maschinen bieten Platz für 8 Personen – 6 Passagiere und 2 Besatzungsmitglieder– und haben einen 750 PS-starken Motor. Durch eine effizientere Nutzung des Treibstoffs als Hubschrauber oder Schiffe, haben sie eine Reichweite von bis zu 650 Kilometern.

Canary Islands Wigs hat bei Aron Flying Ship Ltd. bereits vier Maschinen des Typs M80 in Auftrag gegeben.




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