Die Wurzeln der Ureinwohner in Nordafrika


Guanchenkunst, nachgebildet am Bunnen der Princesa Dácil in La Orotava Foto: KOPPCHEN CC-BY-3.0

Zwei Studien nähern sich den Spuren der Bimbache, Benahoariten, Gomeriten, Guanchen, Canarios und Majos

Kanarische Inseln – In vorspanischer Zeit waren die Kanaren von den Bimbache (El Hierro), Benahoariten (La Palma), Gomeriten (La Gomera), Guanchen (Teneriffa), Canarios (Gran Canaria) und Majos (Lanzarote, Fuerteventura) bewohnt. Die Eroberung zerstörte und verfälschte die Spuren und das Wissen über die Lebensweise der Ureinwohner, sodass ihre Geschichte nach wie vor für die Archäologen und Historiker große Rätsel birgt. Die Wissenschaft ist sich nicht einmal darüber einig, wann sie auf die Inseln kamen.

Wie die Studien der Professorin für Biochemie, Mikrobiologie und Genetik der Universität La Laguna, Rosa Fregel, ergaben, sind 55,9% der heutigen Inselbevölkerungen Träger mitochondrialer, mütterlicherseits vererbter DNA der Ureinwohner. Diese haben sie gemeinsam mit dem nordafrikanischen Volk der Amazigh (Berber), die vor 3.000 Jahren ein Gebiet vom heutigen Libyen bis zur Sahara bewohnten. Demgegenüber stehen 39,8% europäische Anteile und 4,3% subsaharaianische Anteile. Je nach Insel sind die Anteile unterschiedlich. Während  die Einwohner La Gomeras und La Palmas einen besonders hohen Anteil an DNA der Ureinwohner aufweisen, ist auf El Hierro kein Erbgut der Bimbache mehr nachweisbar.

Der Archäologe und Sozialwissenschaftler José Farrujia de la Rosa geht davon aus, dass die Ureinwohner den Archipel in zwei großen Wellen, vor etwa 2.500 und 2.000 Jahren, über Lanzarote und Fuerteventura besiedelten. Von der 2. Phase weiß man, dass sie im ersten Jahrhundert, zur Zeit der römischen Präsenz in Nordafrika, erfolgt sein muss, weil sich Elemente der römischen Kultur auf Lanzarote und Fuerteventura manifestierten, darunter eine lateinisch-kanarische Schrift. Mit der ersten Besiedelungswelle war  zuvor schon eine libysch-berberische Schrift auf die Inseln gelangt.

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