Die ULL schafft einen Master in Agrarökologie


Narvay Quintero, Leiter des kanarischen Landwirtschaftsressorts (r.), und Carlos Castilla, Direktor des Lehrstuhls Antonio Bello, stellten den neuen Masterstudiengang vor. Foto: EFE

Die Universität von La Laguna will Maßstäbe setzen

Kanarische Inseln – Ab dem nächsten Studienjahr 2019/2020 bietet die Universität La Laguna (ULL) einen Masterstudiengang in Agrarökologie, Ernährungssouveränität, Stadtökologie und Kooperation zur Entwicklung der ländlichen Gebiete an. Dieser spezielle Master ist aus der langjährigen Zusammenarbeit der Regionalregierung, der Universität und der Stiftung Institut für Ökologische Landwirtschaft (Fiaes) hervorgegangen. Ziel des Aufbaustudiums ist, Experten und Arbeitskräfte der Landwirtschaft die erforderlichen Kenntnissen zu vermitteln, um den ökologischen Wandel zu unterstützen und sich hervorheben zu können.

Die Ökologische Landwirtschaft ist einer der Pfeiler dieses Studiums, wenn auch nicht der einzige. Tatsächlich nimmt die Ökologische Landwirtschaft auf dem Archipel an Bedeutung zu. Bei der Präsentation des neuen Masterstudienganges gab Narvay Quintero, Leiter des regionalen Landwirtschaftsressorts, bekannt, seit 2015 sei die für den ökologischen Anbau genutzte Fläche von 6.091 Hektar um 23% auf 7.111 Hektar und die Zahl der Ökobauern von 1.522 um 18% auf 1.805, angestiegen.

Bei dem Masterstudiengang in Agrarökologie, Ernährungssouveränität, Stadtökologie und Kooperation zur Entwicklung der ländlichen Gebiete handelt es sich um einen speziellen Studiengang der Universität von La Laguna. Sie verfolgt langfristig das Ziel, sich mit der wissenschaftlichen Lehre in diesem Bereich über den Archipel hinaus einen Ruf zu machen. Fiaes-Direktor José Luis Porcuna erklärte, man wolle insbesondere Studenten aus Europa, Lateinamerika und Afrika anziehen, so wie es bei den vom Kanarischen Institut für Agrar- und Ernährungswirtschaft, (IC CA) und dem Lehrstuhl Antonio Bello veranstalteten Kursen seit Jahren der Fall ist.

Dessen Direktor Carlos Castilla erklärte, ein weiterer Pfeiler des neuen Masterstudienganges sei die Ernährungssouveränität. Für Castilla handelt es sich dabei um einen Bereich mit erheblicher Bedeutung für die Kanarischen Inseln. Die lokale Lebensmittelproduktion müsse gefördert werden, um eine nachhaltige Entwicklung sicherzustellen. In den 50er-Jahren seien die Kanaren in dieser Hinsicht praktisch selbstversorgend gewesen, erklärte Castilla, während man heutzutage auf „fast selbstzerstörerische“ Art und Weise stark abhängig von außenhalb sei.

Um die Ernährungssouveränität zurückzuerlangen, müsse sich an der Ausbildung, der Vermarktung, aber auch an der Aufklärung der Bürger einiges ändern, so der Direktor.

Im Bereich Ökologische Landwirtschaft sieht Narvay Quintero trotz der zunehmenden Anbaufläche und Zahl der Ökobauern weiterhin bedeutenden Handlungsbedarf, insbesondere bei der Ausbildung. Insoweit begrüßte er die Schaf- fung des neuen Masterstudienganges. Quintero wies darauf hin, dass die Förderung des ökologischen Anbaus nicht nur Sache der Verwaltung und des Sektors, sondern auch der Nachfrage sei.

Fernstudium

Bei dem Masterstudiengang in Agrarökologie, Ernährungssouveränität, Stadtökologie und Kooperation zur Entwicklung der ländlichen Gebiete handelt es sich um ein Fernstudium, das darauf ausgelegt ist, die Theorie in der Praxis anzuwenden, sich also an die Landwirtschaftsexperten und Bauern richtet. Die Hauptstudienfächer werden, ausgenommen die Praktika, online unterrichtet. Carlos Castilla erklärte, auf diese Art könne man auf allen Inseln dem Studiengang folgen.

Nicht nur Absolventen eines Bachelor-Studiums können diesen Masterstudiengang belegen, sondern auch andere Interessierte, die bei Abschluss ein Diplom erhalten. Auf diese Weise wollen die Initiatoren die Fachkräfte und Bauern zur Professionalisierung und Erweiterung ihrer Kenntnisse bewegen.

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