Die Tageszeitung El Día steht zum Verkauf


Bisher gibt es keine ernsthaften Interessenten – Die Belegschaft streikt wegen Lohnrückstands

Teneriffa – Die alteingesessene Tageszeitung El Día steht zum Verkauf. Mercedes Rodríguez, die Tochter und Erbin des 2014 verstorbenen Verlegers José Rodríguez Ramírez, soll das Blatt den Pressehäusern Prensa Ibérica (La Opinión, La Provincia) und Vocento (u.a. ABC) für vier Millionen Euro angeboten haben, andere Stimmen sprechen von 1,5 Millionen Euro. Die angesprochenen Mediengruppen zeigten zunächst kein Interesse.

Auf dem Verlag Leoncio Rodríguez, benannt nach dem Gründer der Tageszeitung La Prensa (1910), die 1938 in El Día umbenannt wurde, lasten millionenschwere Schulden, deren Ausmaße nicht öffentlich bekannt sind. Andererseits verfügt das Verlagshaus jedoch über nicht unerbebliche Immobilienaktiva, bestehend aus dem Verlagshaus in der Avenida Buenos Aires in Santa Cruz, Apartments, Ladenlokalen und Garagenstellplätzen.

Ein möglicher Verkauf wird zusätzlich erschwert durch das für die Öffentlichkeit unerwartete Auftauchen eines bis dato unbekannten Teilhabers, einer Investmentgesellschaft, die angeblich 29,5% der Anteile des Verlags hält.

Der Grund für den angestrebten Verkauf dürfte in Liquiditätsschwierigkeiten liegen, mit denen der Verlag zu kämpfen hat. Eine finanzielle Schieflage bestand schon unter der Ägide von José Rodríguez, doch hat sich die Lage seit seinem Ableben vor vier Jahren noch verschärft. Schon seit einigen Monaten sind die Gehälter wiederholt verspätet ausgezahlt worden, eine Situation, die es in der gesamten Geschichte des El Día zuvor nie gegeben hat.

Die Belegschaft, vor allem die der hauseigenen Druckerei, streikt. Daraufhin hat die Unternehmensleitung die Zeitung in einer Druckerei auf Gran Canaria drucken lassen, was wiederum möglicherweise einen Akt verbotener Streikbrecherei darstellt. So spitzt sich der Arbeitskampf zu. Alle Gespräche zwischen Arbeitnehmervertretern und Geschäftsleitung verliefen bisher erfolglos.




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