„Die Situation ist ein einziges Chaos“


© Educanepal

Ein kanarischer Entwicklungshelfer bittet aus Kathmandu um Hilfe

„Die Situation ist ein einziges Chaos. Ich befinde mich im spanischen Konsulat, bis ich nach Hetauda zurückfahren kann, denn momentan macht der Zustand der Straßen jede Reise unmöglich.

Wir werden Schulen wieder aufbauen und viele Kinder aufnehmen müssen, die ihre Familie und ihr Zuhause verloren haben“, mit dieser kurzen und traurigen Botschaft meldete sich der kanarische Entwicklungshelfer und Gründer der Hilfsorganisation „Educanepal“, José María Díaz, am Montag nach dem schrecklichen Beben über die Website der Organisation. Er war zum Zeitpunkt des Bebens in Kathmandu. Nun bittet er im Namen von „Educanepal“ mehr denn je um Spenden, um den Menschen und vor allem den Kindern, die unter den Folgen dieser schrecklichen Naturkatastrophe leiden, helfen zu können.

Mittlerweile hat es José María Díaz bis nach Hetauda geschafft, und von dort aus wurden erste Hilfeleistungen für Dorfbewohner in Palung koordiniert. Die Menschen, die dort ihre Häuser durch das Beben verloren, wurden von Educanepal mit Hilfspaketen notversorgt. Unter ihnen viele Frauen mit kleinen oder gar neugeborenen Kindern und Schwangere.

Kanarische Entwicklungshilfe in Nepal 

Die NGO „Educanepal“ hat ihren Sitz in der etwa 100 km von Kathmandu entfernten Stadt Hetauda, von wo aus sie ihre Entwicklungshilfe auf verschiedenen Gebieten koordiniert. Seit über zwölf Jahren leistet sie aktive Entwicklungshilfe vor Ort, hat allein in den ersten zehn Jahren 14.600 Mädchen den Zugang zu Bildung ermöglicht und es in den Dörfern, wo ihre Helfer aktiv sind, geschafft, den Mädchenhandel um 90% einzudämmen.

In einem nepalesischen Lied heißt es: „Bildung ist das Licht meiner Augen, es erhellt mich. Bildung ist die Tinte, mit der mein weiteres Leben geschrieben wird“. Zur Jahrtausendwende lag die Analphabetenrate in dem kleinen Land im Himalaya bei über fünfzig Prozent. Diese Erkenntnis, seine Liebe zu Nepal und sein Bedürfnis, anderen zu helfen, bewog den Lehrer José María Díaz aus Las Palmas 2003 zur Gründung dieser Hilfsorganisation, die sich vorrangig für nepalesische Kinder einsetzt. In den ersten Jahren bildete er in Nepal Lehrer aus. In dieser Zeit bekam er die Entbehrungen der Kinder dort hautnah mit und erkannte, dass es vielen Familien an Möglichkeiten fehlt, um ihre Kinder zur Schule zu schi­cken. Zusammen mit Gleichgesinnten startete José María ein Projekt, um Kindern eine angemessene Schulbildung zu ermöglichen. „Educanepal“ hat es sich außerdem zur Aufgabe gemacht, die Lebensgemeinschaften, in denen diese Kinder leben, zu unterstützen und Projekte zu fördern, die deren Lebensbedingungen verbessern und ihre Grundbedürfnisse (Trinkwasser, Nahrung) decken. Außerdem engagiert sich „Educanepal“ im Kampf gegen Kinderarbeit und Kinderhandel, dem in Nepal insbesondere kleine Mädchen zum Opfer fallen. Die Verschleppung nepalesischer Mädchen in indische Bordelle zählt weltweit zu den erschreckendsten bekannten Fällen des organisierten Menschenhandels. In ländlichen Unterkünften gibt „Educanepal“ zu Waisen gewordenen Mädchen ein Zuhause und durch Bildung die Chance auf eine bessere Zukunft. 

Auch Sie können helfen!

Jüngsten Meldungen aus dem Krisengebiet in Nepal zufolge sind die Zerstörung und die Not weitaus größer als zunächst vermutet wurde.

 UNICEF und Save the Children sprechen von über 5.000 zerstörten Schulen und halten den Wiederaufbau der Bildungseinrichtungen für dringend und notwendig, um den Kindern die Rückkehr zur Routine zu ermöglichen.

Das UN-Kinderhilfswerks UNICEF setzt sich seit Jahren dafür ein, dass in Nepal mehr Kinder – insbesondere Mädchen – zur Schule gehen können. Auch die kanarische Hilfsorganisation „Educanepal“ kämpft für dieses Ziel. Infos über die Hilfsorganisation und darüber, wie Sie helfen und/oder Mitglied werden können, erhalten Sie im Internet unter www.educanepal.org

Auf den Kanaren zählen das Cabildo von Gran Canaria, die Gemeinden Telde, Arucas, Teror, Santa Lucía, Ingenio und Agüimes sowie die Stiftungen CajaCanarias und Obra Social La Caja zu den Förderern und Unterstützern von „Educanepal“

Spenden können auf das Konto der Hilfsorganisation bei Bankia eingezahlt werden:  ES03 2038 7292 19 6000226258

Auf Gran Canaria findet am 8. Mai eine Benefizveranstaltung im Club de Natación Metropole statt. Mit Ihrer Teilnahme am „Bingo Solidario“ um 18.00 Uhr (Eintritt 12 Euro) unterstützen Sie das Hilfswerk „Educanepal“.

Infos dazu unter Tel. 607 517 399 (Spanisch).




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