Die schönsten Leuchttürme der Kanaren

Der Leuchtturm Faro Cumplida auf La Palma wurde zu einem „Hideaway“ umgebaut. Foto: FLOATEL

Der Leuchtturm Faro Cumplida auf La Palma wurde zu einem „Hideaway“ umgebaut. Foto: FLOATEL

In einem davon kann man sogar übernachten

Kanarische Inseln – Jahrhundertelang haben Leuchttürme den Seefahrern in der Nacht als Signale gedient und den Weg gewiesen bzw. sie mit ihren Leuchtfeuern vor den gefährlichen Klippen gewarnt. Auf den Kanarischen Inseln erfüllen heute zahlreiche moderne Leuchttürme diesen Dienst, es gibt aber auch noch viele historische „Faros“, die es sich lohnt, einmal hervorzuheben. Die meisten davon wurden im 19. und 20. Jahrhundert erbaut, und sie heben sich durch ihre Bauweise von neueren Konstruktionen ab.
Die historischen Leuchttürme der Kanaren verfügten noch über ein Haus für den Leuchtturmwärter, das meist an den Leuchtturm angebaut war und in der Regel aus einer oder zwei Etagen und einem Innenhof bestand. Da diese Räumlichkeiten in der heutigen Zeit, in der die Leuchttürme automatisch betrieben werden, leer stehen, sind viele davon dem Verfall preisgegeben, obwohl die Leuchttürme weiter in Betrieb sind.
Da entlang der rund 8.000 Kilometer Küste, über die Spanien verfügt, Leuchttürme zu finden sind, deren Räumlichkeiten leer stehen, hat die Regierung bereits vor einigen Jahren das Projekt „Faros de España“ ins Leben gerufen. Dieses sieht die alternative Nutzung der Leuchttürme für touristische Zwecke (als Hotel, Restaurant etc.) vor und ermöglicht den Erhalt der historischen „Faros“. Bislang wurden in ganz Spanien im Rahmen dieses Projektes gerademal vier Leuchttürme zu Mini-Hotels umgebaut, einer davon auf La Palma. Ein weiteres Mini-Hotel im Leuchtturm gibt es in Ribadea (Lugo), wo der „Faro Isla Pancha“ bereits seit einigen Jahren als Hotel in Betrieb ist. Weitere Leuchtturm-Hotels sollen in Asturien (Cudillero), Cádiz (Cabo Trafalgar) und Kantabrien (Punta del Pescador) entstehen.

Der Leuchtturm von Orchilla Foto:EFE
Der Leuchtturm von Orchilla Foto:EFE

Leuchtturm Punta Cumplida
Unter den kanarischen Leuchttürmen ist der Faro Punta Cumplida an der Nordküste La Palmas zwar nicht der älteste, aber der einzige, der bislang zu einem Hotel gestaltet wurde. Eine deutsche Firma, Floatel GmbH, hat den Leuchtturm für Gäste, die ein besonderes Erlebnis suchen, in mehrjähriger Arbeit in ein kleines, aber luxuriöses Urlaubsdomizil verwandelt. Im März 2019 wurde das „Hideaway Punta Cumplida“ eingeweiht. Wer hier Urlaub macht, der nächtigt in einem Gebäude, das zwischen 1861 und 1867 für den Leuchtfeuerwärter gebaut wurde. Im August wurde der Leuchtturm als erster in Spanien mit energiesparenden LED-Lampen ausgestattet. Heute sendet der Leuchtturm auch weiterhin alle fünf Sekunden sein Licht aus, das eine Reichweite von 26 Seemeilen hat.
Wer sich für das Übernachtungserlebnis im Leuchtturm interessiert, kann sich auf www.floatel.de über Preise und Verfügbarkeit informieren.

Faro de Orchilla
Auf El Hierro möchte das deutsche Unternehmen im Faro de Orchilla sein zweites Hotel-im-Leuchtturm-Projekt verwirklichen. Der Faro de Orchilla steht am westlichsten Zipfel der Insel in der Gemeinde El Pinar und wurde erstmals 1933 eingeschaltet. Die Tatsachen, dass El Hierro jahrhundertelang für den westlichsten Punkt der Erde gehalten wurde, und dass bis 1884 durch Orchilla der Nullmeridian verlief – ein Denkmal in der Nähe des Leuchtturms erinnert daran, machen die historische Bedeutung dieses Turms aus.
Ein Stück weiter endet für Besucher dieses Inselteils die Fahrt bei der Punta de Orchilla. Hier ist die Straße zu Ende, und man fühlt sich buchstäblich am Ende der Welt.

Der Leuchtturm von Maspalomas Foto:EFE
Der Leuchtturm von Maspalomas Foto:EFE

Faro de Maspalomas
Auf Gran Canaria ist der Faro de Maspalomas im Süden der Insel zu einem Symbol geworden. Obwohl er, wie die meisten Leuchttürme, früher fernab der besiedelten Gebiete lag, steht er heute im touristisch erschlossenen Maspalomas quasi mittendrin und ist eines der Wahrzeichen der Gemeinde. Der 1890 fertiggestellte Turm ist über 50 Meter hoch und damit einer der höchsten unter den historischen Leuchttürmen der Inseln.

Faro de Punta Jandía
Ebenfalls zu den historischen Leuchttürmen der östlichen Kanareninseln gehört der Faro de Punta Jandía im Süden Fuerteventuras. Er wurde 1864 fertiggestellt und war damals ein wahres Wunderwerk der Ingenieurstechnik. Sein Turm ist 33 Meter hoch. Heute beherbergt der Leuchtturm ein kleines Museum, das Besuchern die Besonderheiten des „Parque Natural de Jandía“ erklärt und Wissen über die Fauna, Flora und Geologie vermittelt.

Faro de Punta Anaga
Im Nordosten Teneriffas befindet sich an der schroffen Küste des Anaga-Massivs ein weiterer besonderer Leuchtturm. Wer heute eine Wanderung zum Faro de Anaga unternimmt, dem wird klar, welch enorme Leistung es war, dieses Bauwerk an einem Ort zu errichten, der so schwer erreichbar ist. Der Faro wurde 1864 fertiggestellt und ist heute einer der wenigen historischen Leuchttürme, die nahezu intakt erhalten sind. Anfangs wurde das Leuchtfeuer mit Olivenöl betrieben, später durch Petroleum ersetzt, bis 1992 Solarpanels installiert wurden. Die 6.000 Liter Petroleum bzw. 2.000 Liter Diesel, die der Leuchtturm seinerzeit für den Jahresbetrieb benötigte, wurden per Schiff angeliefert und zwar, wetterbedingt, einmal im Jahr im September.

Faro de Alegranza
Auf der kleinen, nur zehn Quadratkilometer großen Insel Alegranza, der nördlichsten des Chinijo-Archipels, ist der Leuchtturm das einzige Bauwerk. Der Faro in Punta Delgada wurde zur Warnung von Seefahrern errichtet und 1865 eingeweiht. Die Insel, als einzige auf den Kanaren in Privatbesitz, ist unbewohnt. Da es sich um ein geschütztes Naturgebiet handelt, gelten strenge Regeln wie beispielsweise ein Übernachtungsverbot.

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