Die lautlose Invasion


Eines der eingefangenen Exemplare. Foto: life lampropeltis

Erneut wurde auf Gran Canaria eine Kalifornische Kettennatter eingefangen

Gran Canaria – Die Kanarischen Inseln haben eine äußerst reiche Fauna. Viele Schuppenkriechtiere, darunter endemische Eidechsen findet man auf den Inseln. Schlangen allerdings gehörten bis vor rund zwanzig Jahren nicht zu den heimischen Tierarten. Damals wurden die ersten Exemplare der Kalifornischen Kettennatter (Lampropeltis getula californiae) auf der Insel entdeckt, die sich in den folgenden Jahren durch die guten Bedingungen für ihre Vermehrung immer weiter ausgebreitet haben.

Verantwortlich für diese Invasion ist wie so häufig der Mensch, denn die Schlangen, die für die Vermehrung ihrer Art sorgten, wurden von ihren Besitzern entweder freigelassen oder sie konnten aus dem Terrarium entkommen. Heute schlägt sich das Umweltpersonal auf Gran Canaria mit diesen sogenannten Neozoen (eingeschleppte Arten) herum und bemüht sich um die Ausrottung. Die Kalifornische Kettennatter hat auf den Kanarischen Inseln nämlich nichts zu suchen. Sie kommt in den östlichen und südöstlichen Staaten der USA und in Mexiko vor.

Am 18. April wurde beim Staudamm von Ayagaures im Bergland hinter dem Urlaubsort Maspalomas erneut ein Exemplar dieser invasiven Art gesichtet und von Mitarbeitern der Firma Gesplan, die mit der Dezimierung dieser Spezies über das Programm „Life Lampropeltis“ beauftragt ist, eingefangen. Ein Anwohner hatte die Natter entdeckt und seinen Fund sogleich über den Notruf 112 gemeldet. Der Zeitung „Canarias 7“ erklärte er später, dass die Mitarbeiter von Gesplan äußerst schnell zur Stelle gewesen seien und die Schlange ohne Probleme einfangen konnten. „Ich hatte keine Angst, denn ich weiß ja, dass die Schlangen für Menschen ungefährlich sind. Doch wenn meine Frau und meine Tochter dabei gewesen wären, hätten sie sicher panisch reagiert“, erzählte der Mann weiter.

Die in Ayagaures eingefangene Schlange ist in diesem Jahr bereits die sechzigste, die auf Gran Canaria eingefangen wird. Dies erklärt die Notwendigkeit des Programms „Life Lampropeltis“ zur Dezimierung der invasiven Art, die endemische kanarische Reptilien wie den Gestreiften Kanarenskink (Chalcides sexlineatus) oder die Rieseneidechse von Gran Canaria (Gallotia stehlini) bedroht.

Weitere Infos zu dem Programm gibt es auf www.lifelampropeltis.com

Informatives Youtube Video der kanarischen Regierung über das Projekt „Life Lampropeltis“




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