Die kanarische PP nach Soria


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17 Jahre lang hatte der zurückgetretene Industrieminister den Parteivorsitz inne

Der Rücktritt des Industrieministers José Manuel Soria von allen Ämtern schlägt auch in der Regionalpolitik der Kanarischen Inseln Wellen. Als Präsident der kanarischen Partido Popular führte er siebzehn Jahre lang die Geschicke der Partei auf den Inseln und prägte deren Entwicklung in entscheidender Weise.

Nun galt es, einen Nachfolger für die lange Übergangszeit bis zum nächsten Regionalkongress der PP, welcher wegen der unklaren politischen Lage in Madrid noch bis zu zehn Monate auf sich warten lassen kann, zu ernennen. 

Der bisherige Generalsekretär und die Nummer 2 der Kanaren-PP, Asier Antona, ist von seiner Position her der logische Nachfolger als Regionalpräsident, doch gab es im Vorfeld der Versammlung, etliche Stimmen aus der Partei, die sich gegen den Regionalabgeordneten für La Palma und Präsidenten der PP auf dieser Insel, aussprachen. 

Die Präsidenten der Partei auf La Gomera und Fuerteventura sowie einige wichtige Führungspersönlichkeiten von Gran Canaria, Teneriffa, El Hierro und Lanzarote sahen in Antona keine passende Besetzung. Der Regierungsbeauftragte für die Kanaren, Enrique Hernández Bento, der seinerseits als möglicher Nachfolger gehandelt wurde, vertrat die Meinung, der Parteipräsident sollte von einer der beiden Hauptstadtinseln stammen, weil dort das größte Wählerpotenzial liege, insbesondere auf Gran Canaria als Hochburg der PP. Bento schlug die Regionalsprecherin Australia Navarro für das Amt vor. Zuletzt fanden sich jedoch auf La Gomera und Fuerteventura Unterstützer für Antona zusammen, welche ihren jeweiligen Präsidenten widersprachen, und der scheidende Präsident José Manuel Soria machte ebenfalls seinen Einfluss geltend, um Antona zu stützen. 

So wurde schließlich auf der Versammlung im Beisein José Manuel Sorias und der aus Madrid angereisten Generalsekretärin María Dolores de Cospedal, der bisherige kanarische Generalsekretär Asier Antona einvernehmlich zum neuen Regionalpräsidenten bestimmt. 

José Manuel Soria stammt von Gran Canaria. In seiner rund 20-jährigen politischen Karriere war er Bürgermeister von Las Palmas, Inselpräsident von Gran Canaria, Vizepräsident der Kanarenregierung und zuletzt Industrie-, Energie- und Tourismusminister der spanischen Regierung. 

In den letzten Jahren führte er als Industrieminister einen harten Kampf gegen die CC-regierte Kanarenregierung unter Paulino Rivero und gegen kanarische Bürgerbewegungen für die Durchsetzung der Ölsondierungen in kanarischen Gewässern.




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