Die Impfkrise scheint überwunden


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Verwirrung um diesjährige Grippevorsorge

Eine unerwartete Verknappung des Impfstoffes für die diesjährige Grippeschutzimpfung hat bei Patienten und Gesundheitspersonal Besorgnis und Verunsicherung ausgelöst. Die 250.000 Einheiten, die das kanarische Gesundheitsressort für die alljährliche Impfung der Bevölkerung beschafft hat, mussten, kaum dass die Kampagne gestartet worden war, vorläufig aus dem Verkehr gezogen werden.

Es handelt sich um eine Vorsichtsmaßnahme, die nötig wurde, weil in einem Teil der Ampullen der Impfstoffe Chiromas und Chiroflu des schweizerischen Pharmakonzerns Novartis weiße Ausflockungen entdeckt worden waren.

Wie die Direktorin des kanarischen Gesundheitsdienstes (Servicio Canario de la Salud, SCS), Juana María Reyes, versicherte, bestand für die zu Beginn der Kampagne schon geimpften Patienten jedoch keinerlei Gefahr. Nebenwirkungen seien nicht aufgetreten, der Impfstoff sei ungefährlich und wirksam.

Dennoch sah es zunächst so aus, als ob in diesem Herbst die kostenlose Schutzimpfung gegen Grippe notgedrungen ausfallen müsste. Auch verschiedene andere Länder, wie Deutschland, Italien, die Schweiz und Kanada, waren von dem Verkaufsstopp der Novartis-Produkte betroffen. Die allwinterliche Vorsorgemaßnahme, die für Schwerkranke und sehr alte Menschen lebensrettend sein kann, schien nun durch den Mangel an zugelassenem Serum infrage gestellt.

Vertreter des Gesundheitswesens äußerten sich besorgt über die Folgen der heftigen Grippewelle, die nun ab Dezember zu erwarten sei und warnten vor langen Wartezeiten. Ohne die Impfung könne einerseits mehr medizinisches Personal ausfallen als sonst zur Grippezeit, während andererseits die Sprechstunden durch ein deutlich höheres Aufkommen an Influenzapatienten überlaufen würden.

Ende vergangener Woche begann sich dann zu guter Letzt Entwarnung anzukündigen. Nachdem Kanada und die Schweiz den Verkaufsstopp für die Impfstoffe der Firma No-vartis aufgehoben hatten, ziehen nun auch die kanarischen Behörden in Erwägung, die Impfseren wieder freizugeben. Die Analyse hat ergeben, dass es sich nicht um Verunreinigungen von außen handelt, sondern um leichte Verklumpungen von Eiweißstoffen, die Bestandteil des Impfstoffes sind und durch Schütteln aufgelöst werden können.

Zusätzlich hat das Gesundheitsministerium auch noch über einen zweiten Weg begonnen, die Versorgung vor allem der Risikogruppen sicherzustellen. So werden aus anderen spanischen Provinzen zwei Mal 70.000 Einheiten eines anderen Pharmaherstellers an die Kanaren abgetreten. Mittlerweile sind die Behörden zuversichtlich, zumindest die Versorgung der Risikogruppen zu 75 % garantieren zu können. Schon diese Woche kann die Impfkampagne fortgesetzt werden.




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