Die britische Justiz geht gegen die Betrugsmasche der Abzocker-Anwälte vor


Der britische Diplomat (l.) im Gespräch mit dem kanarischen Regierungspräsidenten Fernando Clavijo Foto: efe

Botschafter zu Besuch

Gran Canaria – Das britische Justizministerium bemüht sich, die Flut von Anzeigen britischer Touristen gegen Hotels auf den Kanaren zu bremsen. Dies teilte der Botschafter Großbritanniens in Spanien bei einem Besuch auf Gran Canaria mit.

Im September letzten Jahres machte der Hotelverband der Provinz Teneriffa, Ashotel, auf die Masche aufmerksam, mit der sogenannte Abzocker-Anwälte den Hotels auf den Inseln schaden. Mit auffällig beschrifteten Fahrzeugen werden die Urlaubsmetropolen abgeklappert und britische Touristen mit der Aussicht auf hohe Entschädigungssummen geködert, wenn sie ihre Hotels wegen Lebensmittelvergiftungen anzeigen.

Eine wahre Flut von Anzeigen beweist den Erfolg der Masche und dass sich viele britische Urlauber zu den falschen Anzeigen verleiten lassen. Der Schaden, der den Hotels dadurch entsteht, ist beachtlich. Nicht nur auf den Kanarischen Inseln sind die Abzocker-Anwälte aktiv. Auch andere Urlaubsgebiete in Spanien kämpfen mit diesem Problem. Auf Mallorca ist es so weit gekommen, dass einige All-inclusive-Hotels für die Sommersaison 2018 keine Buchungen von britischen Urlaubern annehmen.

Der britische Botschafter in Spanien, Simon Manley, versicherte bei seinem Besuch auf den Kanarischen Inseln, dass sowohl das Justizministerium seines Landes als auch das Außenministerium Anstrengungen unternehmen, um diesem Betrug ein Ende zu setzen. Das Außenministerium des Vereinigten Königreichs hat auf seiner Website unter „Ratschläge für Reisende“ eine Warnung für Spanienreisende eingestellt, um diese vor den Fängen der betrügerischen Anwälte zu bewahren. Dem Hinweis ist auch zu entnehmen, dass falsche Anzeigen sowohl im Vereinigten Königreich als auch in Spanien ein Delikt darstellen.

Um diese betrügerischen Anwälte weiter einzukreisen, habe Außenminister Boris Johnson sich mit Vertretern des Reiseveranstalterverbands getroffen und ihnen seine Besorgnis über dieses Problem dargelegt und um eine Zusammenarbeit gebeten, erklärte Simon Manley.

In Las Palmas traf sich der Botschafter mit Vertretern der britischen Kolonie der Insel im British Club. Auch mit dem kanarischen Regierungspräsidenten Fernando Clavijo traf sich der Botschafter. Bei allen Gesprächen stand natürlich das Thema Brexit im Mittelpunkt, denn immerhin liegt der Hauptreisemarkt der Kanarischen Inseln mit einem Anteil von 34% in Großbritannien. Fernando Clavijo und Simon Manley waren sich einig, auch nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU die engen Bande zwischen dem Vereinigten Königreich und den Kanarischen Inseln weiter zu stärken.




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