Die Brigg „Roald Amundsen“ segelt seit 13 Jahren zwischen den Kanaren


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Zwischen dem 17. und 19. Dezember wird der deutsche Windjammer erneut auf dem kanarischen Archipel erwartet

„Mich trägt die Sehnsucht hinaus in die blaue Ferne, unter mir Meer und über mir Nacht und Sterne… La Paloma ohe…“ – dieses bekannte Seemannslied, dessen ursprünglich spanischer Text und die Melodie aus Mexiko stammen, ging einigen der Hobby-Seeleute durch den Kopf, als sie am zweiten Advent-Wochenende in Malaga/Andalusien an Bord des deutschen Rahseglers gingen. Die verklärte Seefahrtsromantik motiviert heutzutage immer noch die Crew-Mitglieder, jedes Jahr erneut ihren Urlaub auf diesem hoch arbeitsintensiven Zweimaster zu verbringen. Mit der Fahrplan gesteuerten Berufsseefahrt gar nicht mehr zu vergleichen.

Ausgehend vom Heimathafen Eckernförde an der Ostsee, hatte das etwa 50 Meter lange Traditionssegelschiff vom Typ Brigg, mit den zwei über 30 m hohen, mit Rahen getakelten Masten und 19 weißen Segeln im Oktober nach einem Werftaufenthalt in Hamburg seine Winter-Reise der Sonne entgegen deutsche Küsten verlassen.

Um über Belgien (Oostende), Irland (Cobh/Cork), Portugal (Lissabon), durch die Meer­enge von Gibraltar, an Ceuta vorbei, zuerst die kanarischen Küsten von Lanzarote und Fuerteventura zu erreichen, bevor wieder der Teide im Wolkendunst erscheint. Endlich dann in Santa Cruz de La Palma anlegen, gerade rechtzeitig zum diesjährigen „Weihnachts-Großsegler-Treffen“ am 24. und 25. Dezember.

Welche anderen großen Segelschiffe aus ganz Europa werden wohl dieses Mal an der Pier festmachen? Wird das wieder ein fröhliches Wiedersehen, mit gegenseitigen Besuchen an Bord? Auch für die alljährliche Jux-Regatta zwischen den internationalen Mannschaften werden wieder Fantasie-Boote gebaut. Welche Nation wird diesmal den ersten Platz errudern? – dabei sein ist alles!

Die „Roald Amundsen“ ist als so genanntes Sailtraining-Schiff Mitglied in einer fast weltweiten  Organisation gro­ßer Segelschiffe, der Sail Training International.

Ihr Programm ist es, jungen Menschen an Bord von traditionellen Segelschiffen in unmittelbarer Begegnung mit den Naturgewalten auf hoher See unvergessliche  Eindrü­cke und Einsichten in die Seefahrt zu vermitteln, und insbesondere durch das Erlebnis des Lebens, des freiwilligen Einordnens und Arbeitens in der engen Bordgemeinschaft des Segelschiffes eine Möglichkeit zu bieten, unter nicht alltäglichen Gegebenheiten Teamfähigkeit zu üben, Persönlichkeit und Charakter zu erproben und weiterzuentwickeln.

Außergewöhnlicher Aktivurlaub

Nicht nur in den Schulferienzeiten können so genannte Trainees (das sind keine Passagiere!), junge Leute, genauso wie auch Erwachsene, zu einem Törn anheuern und sich gemeinsam den Herausforderungen des Seemannslebens auf Zeit stellen. Falls es die eine oder den anderen sportliche(n), seefesten Interessenten gibt, sei bemerkt, dass es noch möglich ist, als aktive Mitsegler und Gast anzuheuern; möglicherweise für den Weihnachts- oder Sylvester-Törn, beginnend am 21. oder 28. Dezember, ausgehend von La Palma (5 bis 6 Tage) oder die folgenden „Schnupper- und Blauwasser-Törns“ (am 10. und 17.1.), oder für den Rücktörn am 25. Januar nach Malaga (2 Wochen). Als Gast-Crew­mitglied aktiv mitzusegeln heißt, sich gern in die Crew zu integrieren, von ihr das Seemannshandwerk zu lernen, auch körperlich mehr oder weniger anstrengende Arbeiten an Deck und im Rigg oder auch in der Kombüse zu erledigen, sowie den Rhythmus „Rund-um-die-Uhr“ an Bord zu erleben. Aber auch die Sonnenauf- und -untergänge aus 20 bis 30 m Höhe aus dem Mast zu genießen (natürlich stets mit Sicherheitsgurt, unter Aufsicht), sowie den imposanten Sternenhimmel mit Sternschnuppen nachts auf Wache an Deck, den Delfinen beim Spielen ums Schiff zuzusehen… noch ist Zeit, es sich zu überlegen.

Es ist nicht nötig, seglerische Vorkenntnisse mitzubringen. Eine Portion Abenteuerlust und Flexibilität erleichtert die Eingewöhnung in die Gemeinschaft und das Mitmachen bei den allfälligen Bordarbeiten. Die „Profis“, die befahrenen Hobby-Seeleute der Stammcrew, zeigen den Neulingen oder „Landratten“ wie es geht. So ein Hochsee-Törn wird sicher lange in Erinnerung bleiben. Oder zukünftig wird es manche Erzählung geben, mit Seemannsgarn ausgeschmückt, wenn er oder sie die Erlebnisse an Bord der „Roald“ den Kindern, Nichten, Neffen oder Enkeln von damals schildern.

Wenn es diesmal nicht mehr in den Plan passt, dann eben nächstes Jahr auf der Ostsee? – Mit dabei auf der Sailtraining-Regatta nach Sankt-Petersburg, über Polen und zurück über Finnland und Litauen (zwischen Juni und August)? — Oder es bleibt immer nur die „See(hn)-Sucht“ zuhause in der gemütlichen Stube: die schwar­ze Scheibe oder CD aufzulegen mit dem Lied von „La Paloma“ und einem Schluck kanarischen Rum-Grog in der Hand.

Manche Trainees waren in den Vorjahren so begeistert, dass sie ihre Gast-Mitgliedschaft in diesem Segelverein verlängerten und auch aus Freude und Lust in ihrer Freizeit an der Instandhaltung des Schiffes mitarbeiteten. Die wenigsten Mitglieder der Stammcrew sind professionelle Seeleute oder ehemalige Seefahrer. Die Bordsprache ist Deutsch oder Englisch. Ein toller, außergewöhnlicher Aktivurlaub ist garantiert!

Wer mehr über „Roald Amundsen“ und ihre jeweils knapp 1- oder 2-wöchigen Törns in der Inselwelt der Kanaren oder den Sommertörnplan in der Ostsee und der Nordsee erfahren möchte, kann sich an Bord erkundigen (beim „Open-Ship“ am 25. Dezember): Interessenten sind herzlich eingeladen, das Schiff zu besuchen und zu besichtigen und Fragen zu stellen.

Informationen und Buchungen

Informationen über das Segelschiff, den Törnplan und gemeinnützigen Betreiberverein „LLAS Leben lernen auf Segelschiffen e.V.“ sowie die Tagesmeldungen/Logbuch von unterwegs unter www.llas.de  und www.sailtraining.de

Buchungsmöglichkeiten gibt es nur über das Schiffsbüro in Eckernförde bei Kiel/Nord-Deutschland: E-Mail: office@sailtraining.de oder Telefon +49-(0)4351 72 60 74, Fax +49 –(0)4351 72 60 75, Bord-Telefon: +34 678 295 682.




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