Die Bewohner der Iberischen Halbinsel leben in der falschen Zeitzone


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Kanarenpräsident ist gegen einen Wechsel Spaniens zur Greenwich-Zeit

Der Kanarische Regierungspräsident Paulino Rivero ist gegen eine Angleichung der Zeitzonen mit dem spanischen Festland.

Die Idee kommt vom Spanischen Kongress, der von der Regierung fordert, die sozialen und wirtschaftlichen Folgen einer Rückkehr zur Greenwich-Zeitzone untersuchen zu lassen. Seit dem Zweiten Weltkrieg richten sich in Spanien die Uhren nach der zentraleuropäischen Zeit. Damals hatten sich alle Länder auf dem Greenwich-Meridian zeitlich an Mitteleuropa angepasst, um sich bei Bombardierungen besser abstimmen zu können. Später kehrten die anderen Länder wieder in ihre angestammte Zeitzone zurück, nur Spanien nicht.

Eine Arbeitsgruppe des Kongresses hat sich neun Monate lang damit befasst, Maßnahmen zu finden, die die Vereinbarkeit von Privat-, Familien- und Arbeitsleben fördern. Dabei ist herausgekommen, dass alle Spanier mehr Schlaf bekommen und mehr Zeit für Familie, Hobbys und Weiterbildung hätten, wenn die Zeitzone wieder der natürlichen geografischen Lage angepasst würde.

Würde die Spanische Regierung eines Tages beschließen, dies zu tun, dann hätten die Kanaren und das Festland die gleiche Uhrzeit. Dann hieße es nicht mehr überall bei jeder Zeitansage in Radio oder Fernsehen: „… una hora menos en Canarias“ – zu deutsch: „… eine Stunde weniger auf den Kanaren.“ Ein Satz der tagtäglich Tausende Male in Spanien zu hören und in Form von kleinen Witzen und Anspielungen in die Alltagssprache eingegangen ist.

Deshalb ist Paulino Rivero dagegen. Denn die Kanaren würden dann ihre konstante und kostenlose Präsenz in allen spanischen Medien und in den Köpfen aller Spanier verlieren. Des einen Freud, des anderen Leid.




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