Der „Dicke“ landete auf dem Festland


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Kein erster aber dafür mehrere fünfte Preise der Weihnachtslotterie auf den Kanaren

Wie jedes Jahr war am Morgen des 22. Dezember ganz Spanien gespannt. In jedem Haushalt und in jeder Bar wurde schon beim Frühstück die Verlosung der berühmten Weihnachtslotterie live verfolgt.

Nach fast drei Stunden kam dann endlich die Nachricht, auf die alle gewartet hatten: Die Kinder der San Ildefonso-Schule verkündeten die Nummer der Lose des ersten Preises, des „Dicken“ (El Gordo). Wer eines der wertvollen Lose mit der Zahl 32365 besaß ließ den Sektkorken knallen und durfte sich über den Gewinn von 300.000 Euro (pro Zehntellos) freuen. Die meisten Lose mit der Nummer des Hauptgewinns waren in Barcelona verkauft worden, so dass satte 564 der insgesamt 585 Millionen Euro des „Gordo“ hier verteilt wurden. Außerdem freuten sich Besitzer von Losen mit der Nummer 32365 in Alicante, Soria, Saragossa, Madrid, Guipúzcoa, Ourense und Jaén. Zwei Zehntellose der Glücksnummer hatten es auch nach Teneriffa geschafft. Der Mann einer jungen Reinigungsangestellten eines Hotels in Los Cristianos hatte von einer Reise zu einem Fußballspiel nach Barcelona seiner Frau und seinem Schwiegervater je ein Los des Hauptgewinns der Weihnachtslotterie mitgebracht. Betty möchte sich mit dem gewonnenen Geld nun als Friseurin selbstständig machen und sich, ihrem Mann und ihren zwei Kindern den langjährigen Wunsch einer Urlaubsreise nach Mexiko erfüllen.

Das Glück verteilte 10,5 Millionen auf den Inseln

Die spanische Weihnachtlotterie teilt sich neben den kleinen Nebengewinnen in einen Hauptgewinn, einen Zweitgewinn, einen Drittgewinn, zwei Viertgewinne und acht sogenannte fünfte Preise (quintos premios) auf. Durch den Verkauf von drei dieser fünften Preise wurden auf den Inseln insgesamt 10,5 Millionen Euro verteilt. Das größte Glück erfuhr die Insel La Palma, wo die Lose mit der Nummer 73450 in der Gemeinde Los Llanos de Aridane für einen Glücksregen in Höhe von rund 9 Millionen Euro sorgten. Der Eigentümer einer bescheidenen Bananenpackerei hatte seinen Mitarbeitern Lose mit dieser Nummer zu Weihnachten geschenkt, die sich am 22. Dezember durch die Ziehung eines der fünften Preise flugs in 650.000 Euro verwandelten (jedes Zehntellos ist 5.000 Euro wert). Ein weiterer fünfter Preis (mit der Nummer 36199) wurde teilweise in La Laguna auf Teneriffa verkauft. Und auf Gran Canaria freuten sich die Angestellten der Herrenabteilung des Kaufhauses El Corte Inglés in Las Palmas über den Gewinn von fast 1,5 Millionen Euro, denn die Lose mit der Nummer 81792 waren von der hauseigenen Lotterieverkaufsstelle fast ausschließlich an die Mitarbeiter verkauft worden. Die Gewinner strahlten vor Glück, jubelten und weinten und teilten überwältigt von der Freude mit, dass dieses Geld „zum Stopfen einiger Löcher“ dienen werde.

Eine weitere Chance auf einen fetten Lotteriegewinn gibt es in Spanien jedes Jahr bei der „Lotería del Niño“ am 6. Januar. Trotz Krise wurden auch dieses Jahr wieder viele Lose verkauft. Die Verlosung hatte bei Redaktionsschluss noch nicht stattgefunden.

Die spanische Lotterie- und Glücksspielgesellschaft ONLAE teilte mit, dass jeder Canario im Schnitt 46,41 Euro für die Weihnachtslotterie ausgegeben hat – etwa sechs Euro mehr als 2007.

Gelungener Trick

Der kanarische Illusionist Juan Pedro Hernández (bekannt als Xerax) hatte sich für die Verlosung der Weihnachtslotterie etwas Besonderes einfallen lassen. Er behauptet, die Nummer des „Gordo“ erraten zu können. Etwa eine Woche zuvor legte er ein zusammengefaltetes Stück Papier, auf das er die Zahl geschrieben hatte, in eine gläserne Urne, die versiegelt und an der Fassade des Cabildos aufgehängt wurde. Am 22. Dezember lüftete er das Geheimnis – und tatsächlich: er hatte die Nummer „erraten“. Warum er bei diesen mentalen Fähigkeiten nicht selbst eines der Glückslose gekauft hat, bleibt sein Geheimnis…  




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