Demos gegen Macho-Gewalt


Zum „Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“ gingen in Las Palmas auf Gran Canaria Hunderte Menschen auf die Straße. Foto: EFE

Am „Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“ gab es zahlreiche Demonstrationen

Teneriffa – Zum „Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“ am 25. November gingen spanienweit Bürgerinnen und Bürger auf die Straße, um für weitere Maßnahmen gegen machistisch motivierte Gewalt an Frauen zu demonstrieren.

In zahlreichen kanarischen Städten gab es Kundgebungen. Hunderte Menschen demonstrierten in den Straßen von Las Palmas auf Gran Canaria, über Tausend in La Laguna auf Teneriffa. Die Demonstranten trugen Spruchbänder mit Sätzen wie „Disculpen las molestias pero nos siguen matando“, „Entschuldigen Sie die Störung, aber sie töten uns weiter“, oder „Hoy no están todas nuestras voces juntas porque desde la tumba no se puede gritar“, „Heute sind nicht all unsere Stimmen vereint, denn aus dem Grab kann man nicht schreien“.

Seit 2003 sind in Spanien 973 Frauen und 27 Kinder durch Gewalttaten ums Leben gekommen, die auf machistische Verhaltensweisen und Vorstellungen zurückzuführen sind. Im laufenden Jahr 2018 sind es bisher 44 Frauen, und auf den Kanarischen Inseln gab es in diesem Jahr bisher zwei Todesfälle dieser Art.

Politisch tut sich wenig. Von den 214 Maßnahmen, die vor gut einem Jahr im Rahmen des Staatspaktes gegen geschlechtsspezifische Gewalt im Parlament beschlossen wurden, sind über 80% noch nicht umgesetzt worden. Im vergangenen August hat die neue sozialistische Regierung ein Gesetzesdekret verabschiedet, durch das die Kompetenzen für Maßnahmen gegen geschlechtsspezifische Gewalt an die Stadt- und Gemeindeverwaltungen zurückgegeben und die Verfahren zur Anerkennung der Opfer verbessert wurden. Außerdem brauchen Kinder ermordeter Mütter nun nicht mehr die Erlaubnis des Täters, um psychologische Behandlung zu erhalten.




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