Da war der Wurm drin


Orgelbauer Immer

Teneriffa – Am 15. Februar wird der erste deutschsprachige Männerchor von Teneriffa Nord sein großes Jubiläumskonzert mit Gästen aus Hamburg in der Kirche „Nuestra Señora de la la Peña de Francia“ in Puerto de la Cruz geben. Bei den Vorbereitungen dazu  wurde entdeckt, dass die Orgel vor 200 Jahren von einem Hamburger Orgelbauer gebaut wurde.

Bartelt Immer, ein deutscher  Orgelbauer aus Emden/Ost-Friesland, wurde von einer Kommission der Stadtverwaltung gefragt und dann beauftragt, diese Orgel zu warten und eventuell zu reparieren. Das Cabildo erteilte ihm die Genehmigung, sich um die alte Orgel zu kümmern; Immer erhält aber keine finanzielle Unterstützung seitens der Stadt. Da ist nun die Hilfe der Gläubigen gefragt. Die ständige Betreuung der alten deutschen Orgel kostet doch eine Menge Geld.

Orgelspezialist Bartelt Immer war bereits 2005 durch die Entscheidung der Expertenkommission zu „seiner Orgel“ nach Teneriffa gereist. Er hat sie damals gründlich restauriert, und damit ist seine Liebe für diese Orgel gewachsen. „Ein einzigartiges Instrument, “ sagt Bartelt Immer. Die Orgel hat circa 800 Pfeifen und ist eine Konzertorgel.

Sie zeichnet sich dadurch aus, dass sie zwei Manuale/Klaviaturen hat, womit der Organist die Melodie und die Begleitung klanglich voreinander trennen kann. Die Beläge aus Rinderknochen sind neu, und der Blasebalg der Orgel kann auch wieder – falls der Strom ausfällt – getreten werden. Für Immer gehört zu einer soliden Rekonstruktion einer Orgel, dass sie – jeglichem neuestem technischem Schnickschnack zum Trotz – getreten werden kann.

Was war bei der Instandsetzung zu tun?

Das Instrument wurde bisher eher als Ablage benutzt. Auf dem Balg z.B. wurden Gegenstände abgestellt, was die Orgel verstimmte.

Der Holzwurm war in den letzten 13 Jahren offensichtlich das einzige Lebewesen, das sich für diese Orgel interessiert hat. Er beschädigte nicht nur Teile der Mechanik, sondern auch die Holzpfeifen. Nachdem durch entsprechende Behandlung der Holzwurm zum Rückzug gezwungen wurde, konnte sich Bartelt Immer das Objekt seiner Begeisterung genauer ansehen. Die Orgelpfeifen mussten neu gestimmt werden. Jede Orgelpfeife hat eine Zunge, mit der der Ton erzeugt wird. Die Zungen der Trompete und des Fagotts brauchten besondere Bearbeitung. So musste die kleinste der Pfeifen von Bartelt Immer in seiner Werkstatt neu gebaut werden.

2005 wurde die Wiedereinweihung der Orgel mit einem großen Konzert gefeiert.

So soll es denn auch jetzt wieder sein. Die Orgel, die zu den Kostbarkeiten von Puerto de la Cruz gehört, muss gebührlich in ihrem neuen Leben begrüßt werden. Verschiedene Organisten haben bereits ihr Interesse bekundet und möchten auf dieser Orgel spielen.

Und: sie muss kontinuierlich gepflegt werden. Sorgen wir gemeinsam dafür, dass dieses Kleinod für uns alle erhalten bleibt.

Für die Sanierung und Erhaltung der alten deutschen Orgel hat die Kirche Nuestra Señora de la Peña de Francia folgendes Spendenkonto eingerichtet: IBAN ES 53 0075 0215 0706 0001 0483. Der Verwendungszweck ist wichtig: „Donación Órgano“.

Petra Knüpffer

Wolfram Pabel





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