Corona verteuert das Jawort

Aufgrund des Klimas, der landschaftlichen Schönheit und letztlich auch der Auswahl an Veranstaltungsorten sind die Kanaren ein beliebter Ort für Hochzeiten. Viele Paare haben jedoch ihren Heiratstermin wegen der Restriktionen auf das kommende Jahr ver­schoben. Foto: Canary Islands

Aufgrund des Klimas, der landschaftlichen Schönheit und letztlich auch der Auswahl an Veranstaltungsorten sind die Kanaren ein beliebter Ort für Hochzeiten. Viele Paare haben jedoch ihren Heiratstermin wegen der Restriktionen auf das kommende Jahr ver­schoben. Foto: Canary Islands

Viele Veranstaltungsorte sind jetzt schon für 2022, wenn mit dem Wegfall der Restriktionen zu rechnen ist, ausgebucht

Kanarische Inseln – Die Branche der Hochzeitsveranstalter und -dienstleister ist einer der Wirtschaftssektoren, die am härtesten von der Pandemie getroffen wurden. Auf den Kanarischen Inseln ist die Aktivität, die unter normalen Umständen rund 110 Millionen Euro jährlich umsetzt, nahezu vollständig zum Erliegen gekommen. Die Verluste belaufen sich auf 90% des Einnahmevolumens der Vorkrisenjahre.

Angesichts der zahlreichen Restriktionen und strikten Kontrollen, welchen größere Feiern zurzeit unterliegen, beschließen nur sehr wenige Paare, sich in diesem Jahr das Jawort zu geben. Diejenigen, die sich dennoch dafür entschieden haben, müssen tiefer in die Tasche greifen, um alle Auflagen und Sicherheitsmaßnahmen zu erfüllen.

Ein Faktor, welcher unter anderem die Kosten unter anderem in die Höhe treibt, ist die Beschränkung der Besetzung der Tische auf vier Personen. Dadurch wird mehr Mobiliar und Fläche gebraucht, ein Mehraufwand, der zulasten der Kunden geht. Zudem ändern sich die Auflagen oft kurzfristig, was ebenfalls zu einer unerwarteten Verteuerung der Hochzeitsfeier führen kann.

So sind die meisten Hochzeiten, die 2021 gefeiert werden, solche, die im vergangenen Jahr wegen der Coronakrise abgesagt wurden. Neue Aufträge sind selten. Ein echtes Wiederanlaufen des Geschäftes wird nach zwei verlustreichen Jahren erst für das kommende Jahr erwartet. Für 2022 und 2023 zeichnet sich ein regelrechter Heiratsboom ab, denn viele Paare, die abgewartet haben, entscheiden sich nun für ein Datum in diesem Zeitraum. Es gibt sogar schon Hochzeitsfincas, die für 2022 vollständig ausgebucht sind.

Die Hochzeiten unter Pandemiebedingungen unterscheiden sich erheblich von den Feiern, die normalerweise abgehalten werden: Keine Umarmungen, kein Tanz, kein Begrüßungscocktail, kein Büffet, sowie die strikte Registrierung der Gäste und Angestellten für die Kontaktnachverfolgung bestimmen das Bild.

Nach vielen Kämpfen haben es die Hochzeitsveranstalter geschafft, dass die Maßnahmen, welche sie zu beachten haben, mit denen der Gastronomie gleichgestellt werden, die an die jeweils geltende Warnstufe gebunden sind. Dadurch können nun einige Hochzeiten gefeiert werden, die wegen der vorherigen, noch restriktiveren Maßnahmen bisher nicht durchgeführt werden konnten.

2020 wurden 38,4% weniger Ehen geschlossen als im Vorjahr. Im Jahr 2019 wurden auf den Kanarischen Inseln 7.811 Hochzeiten gefeiert, im Jahr des Ausbruchs der Coronakrise waren es nur 4.808. In der Hochzeitsbranche arbeiten auf den Inseln rund 600 Personen. Hinzu kommen ganz oder teilweise auf Hochzeiten spezialisierte Friseursalons, Bekleidungsgeschäfte, Musiker, Fotografen, Druckereien und Catering-Dienste.

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