CC-PNC fordern Schließung des CIE Hoya Fría


Archivbild des Ausländer-Internierungszentrums (CIE) Hoya Fría. Foto: EFE

Die Zustände im Internierungszentrum für Migranten werden seit Jahren kritisiert. Im August gab es zwei Massenfluchten.

Teneriffa – Der nationalistische Flügel des Parlaments der Inselregierung, CC-PNC, hat von der spanischen Regierung gefordert, das Internierungszentrum für Migranten in Hoya Fría zu schließen, nachdem es im August zweimal zu Massenausbrüchen gekommen und die Situation in dem Zentrum erneut in den Fokus der Kritik geraten ist.

Die Repräsentanten der CC-PNC-Fraktion gaben bekannt, man habe mit der Spanischen Flüchtlingskommission auf den Kanaren und der Caritas Kontakt aufgenommen, um sich über die Lage in diesem Zentrum zu informieren. Man stimme darin überein, dass die Personen, die ins Land kommen, angemessen behandelt werden müssten, was zurzeit in Hoya Fría nicht möglich sei.

Nach der Schließung der CIEs auf Fuerteventura und Gran Canaria ist das Migrantenzentrum in Hoya Fría, wo illegal eingereiste Migranten bis zu 60 Tage festgehalten werden können, um ihre Identität und ihren Aufenthaltsstatus zu klären, das einzige, das auf den Kanarischen Inseln noch in Betrieb ist.

Seit Jahren gibt es Kritik an den Zuständen in diesen Zentren, vor allem in den Jahren, als der Zustrom an Migranten aus Afrika über den Atlantik besonders hoch und die CIEs hoffnungslos überfüllt waren. Doch auch heute, in einer Zeit, da die Zahl der dort vorübergehend untergebrachten Migranten weit unterhalb der Kapazitätsgrenze liegt, führen eine zu geringe Personaldecke, mangelhafte sanitäre Einrichtungen und die unzureichende Wartung der Anlage zu menschenunwürdigen Zuständen in Hoya Fría.

Zudem ist die Sicherheit gefährdet, da Rost die Tore, Gitter und Zäune so beschädigt hat, dass ein Tritt genügt, um den Weg nach draußen frei zu machen, wie es bei dem zweiten der beiden Gruppenausbrüche im August geschehen ist.

Einige der Kritiker der Internierungszentren sind der Meinung, diese Einrichtungen dürften gar nicht existieren, weil sie die Rechte der illegalen Einwanderer verletzen würden, andere vertreten lediglich die Überzeugung, dass die Bedingungen, unter denen diese Personen dort durchschnittlich einen Monat lang ausharren müssen, nicht angemessen sind.

Die Nationalisten der Inselregierung sehen es als eine Aufgabe des Staates an, die Realität der Migration auf die Kanaren anzuerkennen und die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um Aufnahmezentren zu schaffen, welche die Rechte und die Würde der Betroffenen respektieren und es ermöglichen, eine neue Art des Umgangs mit Migrationsphänomenen zu etablieren.

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