Camping als Alternative „anticrisis“


© Moisés Pérez

Tausende kanarische Familien verbringen den Urlaub am Busen der Natur

Leute, die noch niemals gecampt haben, mögen diese Art von Urlaub für unbequem halten. Passionierte Camper dagegen sind genau vom Gegenteil überzeugt.

Nur zwanzig Meter vom Strand entfernt zu schlafen, den Meereswellen vom Bett aus zu lauschen, dem Umtrieb der Stadt zu entfliehen und ohne Stundenplan den Tag mit der Familie zu verbringen und dabei angesichts der Krise noch eine Menge Geld zu sparen, das hat für immer mehr Canarios seinen Reiz.

Teneriffa bietet eine ganze Anzahl von unterschiedlichen Möglichkeiten für Campingfreunde. Man braucht also nur ein Zelt und Liebe zur Natur um diese Urlaubsvariante zu genießen. Experten auf diesem Gebiet versichern, dass man mit einer einfachen Ausrüstung und zweihundert Euro einen Monat lang der August-Hitze entfliehen und bei einem schönen Strand einen ungebundenen Urlaub verbringen kann.

Auf dem Campingplatz von Punta del Hidalgo, an der Küste von La Laguna hat sich ein Ehepaar schon am 1. Juli mit seinem Zelt niedergelassen. Bis Mitte September wollen sie dort Urlaub machen. Das sei ihr Lieblingsplatz, berichten sie einer hiesigen Zeitung, und es macht sie schon traurig wenn sie daran denken, dass sie bald ihr Zelt wieder abbauen müssen. Nur etwa vierhundert Euro koste sie dieser Urlaub. „Das ist ein sehr rentabler Urlaub und eine sehr schöne Erfahrung und wir würden unser Zelt nicht gegen ein Appartement oder Hotelzimmer eintauschen“, versichern sie der Zeitung. Vor dem Eingang zum Campingplatz bilden sich täglich Schlangen von Besuchern die darauf hoffen, dass ein Plätzchen für sie frei wird. Die 78 Plätze für die Zelte seien immer besetzt, besonders an den Wochenenden sei der Andrang groß, versichert der Verwalter des Campings von Punta del Hidalgo.

Teneriffa verfügt über Plätze für Wohnwagen und andere auf denen nur gezeltet werden kann. Punta del Hidalgo und Montaña Roja bei El Medáno werden auch gerne von Touristen aufgesucht.

Mit der Zeit haben sich auch hier die Campingzelte zu regelrechten Luxuschalets am Meeresstrand gemausert mit einer Fläche von bis zu 60 qm. Manche Camper leben weiterhin in ihren Zelten, auch wenn der Urlaub bereits beendet ist. Solange der Sommer noch dauert, fahren sie zu ihrer Arbeitsstelle und kehren am Abend zu ihren Familien zurück.

Leider hat die Campingbewegung auch ihre negativen Seiten, denn es wird nicht nur auf den ausgestatteten offiziellen Plätzen gezeltet sondern auch an Stränden und in Buchten die keinerlei Infrastruktur aufweisen. Die Besucher lassen dort ihren Abfall zurück und die zuständigen Gemeinden müssen mit großem Aufwand Müll und Abfall entsorgen.




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