Cabildo-Präsident: Es geht zu langsam voran


Zu den wichtigsten Projekten gehört die Schließung des Inselschnellstraßenringes im Nordwesten der Insel. FOTO: Moisés Pérez

Carlos Alonso wirft dem Ressort für öffentlichen Bau mangelnde Führung bei der Umsetzung der Straßenbauprojekte vor

Teneriffa – Vor einigen Tagen riss dem Inselpräsidenten Carlos Alonso der  Geduldsfaden. Die Regionalregierung gehe „sehr, sehr, sehr langsam“ bei der Umsetzung der wichtigen Straßenbauprojekte der Insel vor. Cabildo-Vizepräsident Aurelio Abreu bezichtigte die regierende Coalición Canaria gar, die Projekte auf Teneriffa zu behindern. Nur wenige Tage später ging es zumindest mit einem Vorhaben, dem Bau einer neuen Anschlussstelle der Südautobahn zum Industriegebiet Las Chafiras, voran. Darüber hinaus wurden sich die Zentral- und Regionalregierung über das neue Straßenbauabkommen einig.

Zunächst forderte Carlos Alonso die Regionalregierung auf, sich „die Ärmel hochzukrempeln“. Er sei sehr besorgt, weil das kanarische Ressort für Öffentlichen Bau sich nur sehr langsam um die Lösung der Stauprobleme auf Teneriffas Nord- und Südautobahn kümmere, erklärte der Inselpräsident. Seiner Meinung nach handele es sich weniger um ein finanzielles als um ein Führungsproblem, denn seit Pablo Rodríguez vor einem Jahr den Posten des Ressortleiters von Ornella Chacón übernommen habe, gehe alles nur sehr langsam voran, ließ Alonso verlauten.

Der Unternehmerverband des Inselsüdens CEST unterstützte die Äußerungen des Cabildo-Präsidenten und beklagte den Verkehrskollaps in Teneriffas Süden, der dazu führte, dass Berufstätige Tausende Arbeitsstunden in den Staus festsäßen. Als weitere Folgen führte der CEST die Umweltverschmutzung und das erhöhte Unfallrisiko auf.

Kurz darauf meldete sich Rosa Dávila, Leiterin des kanarischen Finanzressorts zu Wort, und führte im Namen der Regionalregierung die Verzögerung bei der Umsetzung wichtiger Straßenbauvorhaben auf die Kürzung der Investitionssummen seit 2012 sowie die Streichung von Arbeitskräften zurück. Mit der Aussetzung des Straßenbauabkommens seien die finanziellen Mittel stark gekürzt worden und die nötigen Verfahren wie Projektausarbeitung, Genehmigungs- und Vergabeverfahren erheblich in Verzug geraten. Wenn die Mittel wieder fließen, wolle man die Verfahren beschleunigen.

Tatsächlich einigten sich die Zentral- und die Regionalregierung in Sachen Straßenbauabkommen. Das wird zunächst um drei Jahre verlängert, damit der Staat die Beträge zurückzahlt, die von der Regionalregierung seit 2012 vorgestreckt wurden. Noch vor Jahresende soll auch das neue Straßenbauabkommen beschlossen werden, welches der Region über mehrere Jahre hinweg jährliche Zuschüsse zwischen 219 und 250 Millionen Euro zur Fertigstellung angefangener und Umsetzung geplanter Straßenbauvorhaben sichert.

Das Ministerium für Inlandsentwicklung und Transport versicherte per öffentlicher Mitteilung, fest zu seinen Verpflichtungen im Rahmen des neuen Straßenbauabkommen zu stehen, damit die Kanaren in Zukunft über qualitativ hochwertige und nachhaltige Straßeninfrastrukturen verfügen.

Derweil gab Pablo Rodríguez, Leiter des Ressorts für Öffentlichen Bau, die Ausarbeitung des Projektes zum Bau der neuen Anschlussstelle von der Südautobahn in das Industriegebiet Las Chafiras bekannt. Der Bau der neuen Ausfahrt „Las Chafiras Oroteanda“ soll noch vor Jahresende in Auftrag gegeben werden. Die Behörden erhoffen sich eine Entlastung der problematischen Anschlussstelle Las Chafiras, wo sich regelmäßig der Verkehr bis auf die Autobahn zurückstaut und diese zusätzlich belastet.

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