Bürgermeister schließen sich gegen Zwangsräumungen zusammen


Die 88 kanarischen Gemeinden sind bereit, von den Geldinstituten, die weiterhin Zwangsräumungen anstrengen, ihre Guthaben abzuziehen und bestehende Verträge aufzukündigen.

So wurde es vor Kurzem in einer Sitzung des „Verbandes kanarischer Gemeinden“, Fecam, beschlossen, zu der auch die Sprecherin der „Plattform gegen Zwangsräumungen“ Inma Évora eingeladen war.

Man folgt damit dem Beispiel des Bürgermeisters von Santa Cruz, José Manuel Bermúdez, der 1,5 Millionen Euro von Bankia/Bancaja abzog und sich damit auf die Seite der betroffenen Bürger stellte (das Wochenblatt berichtete).

Fecam-Präsident Manuel Ramón Plasencia erklärte, dass die kanarischen Bürgermeister die Familien, die ihre Hypotheken nicht mehr bezahlen können, unterstützen wollen. Zu diesem Zweck habe die Fecam eine Kommission eingesetzt, die mit allen Geldinstituten Verhandlungen aufnehmen werde. Er zeigte sich optimistisch, mit vielen Banken zu zufriedenstellenden Ergebnissen kommen zu können, da aus deren Reihen schon positive Reaktionen zu verzeichnen seien.

Die kanarischen Bürgermeister einigten sich darüber hinaus auf eine Vielzahl weiterer Maßnahmen. Sie fordern von der Zentralregierung eine Reihe von Änderungen des Hypothekengesetzes. So sollen die „Leistung an Erfüllungs Statt“ – also die Begleichung der Hypothek mit Übergabe der Wohnung – möglich werden, Stundungen die Zahlung erleichtern, die Schätzung durch unabhängige Gutachter gewährleistet und die Möglichkeit geschaffen werden, dass Familien nach dem Verlust ihrer Immobilie weiter zur Miete darin leben können. Darüber hinaus sollen die Mietzuschüsse für Familien, die ihre Wohnung verloren haben, angehoben werden, eine Maßnahme, welche die Bürgermeister auch von Madrid und den Regionalregierungen einfordern, sowie das Beratungsangebot für die Betroffenen ausgebaut werden.




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