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Foto: Sergio Hanquet

Vor der Küste von Teneriffa wurde ein riesiger Buckelwal gesichtet

Teneriffa – „Riesig — wie die Mutter aller Wale“, so beschrieb Naturfotograf und Profitaucher Sergio Hanquet seinen ersten Eindruck bei der Begegnung mit einem Buckelwal an der Küste von Los Cristianos.

Am Vormittag des 3. September rief ihn ein Freund an, der unter den Ersten war, die den Wal in küstennahen Gewässern sichteten. Sergio Hanquet zögerte keine Sekunde, packte sein Equipment und näherte sich an Bord eines kleinen Bootes dem Wal, der leicht zu finden war, da bereits einige Walbeobachtungsboote ihn in einiger Entfernung begleiteten. Hanquet verfügt über eine Sondergenehmigung des spanischen Umweltministeriums, die an Unterwasserfotografen vergeben wird, die ihre Arbeiten u.a. für Bildungszwecke zur Verfügung stellen.

Das Tier habe sich sehr ruhig bewegt und blieb mehrere Stunden in diesem Küstengebiet, schrieb Hanquet auf facebook. So konnte er sich bei einem Tauchgang dem gewaltigen Meeressäuger nähern, und es gelangen ihm beeindruckende Fotos und Videos. Allerdings habe er dabei mit Bedauern festgestellt, dass das Tier entweder durch Krankheit oder Alter gezeichnet und extrem mager war. Sein Körper sei auffallend großflächig von Parasiten wie Rankenfußkrebsen bedeckt gewesen. Dieser Zustand und die Unterernährung könnten durch eine Krankheit oder hohes Alter bedingt sein, mutmaßt Sergio Hanquet.

Nach etwa vier Stunden nahm der Koloss gemächlich Kurs in Richtung La Gomera, wurde jedoch in den Tagen danach erneut an der Küste von Teneriffa gesichtet. Guardia Civil und Mitarbeiter des Wildtierzentrums der Insel bemühten sich darum, Ausflugsboote von dem Meeressäuger fernzuhalten, um dem offenbar geschwächten Tier keinen zusätzlichen Stress zu verursachen.

Buckelwale (Megaptera novaeangliae) sind eine von 30 verschiedenen Walarten, die in den Gewässern um die Kanarischen Inseln vorkommen bzw. sie durchqueren. Sie gehören zu den Furchenwalen und werden bis zu 18 Meter lang. Im Unterschied zu anderen Furchenwalen haben sie erheblich größere Flossen. Buckelwale sind in allen Ozeanen zu finden und halten sich bevorzugt in Küstennähe auf. Da die Kanarischen Inseln nicht zu ihren Fortpflanzungsgebieten zählen, streifen Buckelwale den Archipel nur auf der Durchreise und wurden bislang selten gesichtet und noch seltener ausgiebig fotografiert und gefilmt. Wie Sergio Hanquet weiß, treffen sich Buckelwale zu dieser Jahreszeit in Französisch-Polynesien. Zwischen Februar und März werden in der Dominikanischen Republik Buckelwale gesichert, so der leidenschaftliche Naturfotograf.

Buckelwale sind außerdem bekannt für ihren Walgesang. Der Buckelwal steht seit 1966 weltweit unter Artenschutz.




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