Breite Ablehnung der Tourismus-Gebühr


Gerüchten zufolge soll in den Reihen der kanarischen Regierung erwogen werden, eine Tourismus-Abgabe einzuführen.

Diese Gebühr gibt es bereits in einigen Provinzen, meist muss ein Euro pro Urlauber und Tag gezahlt werden. Obwohl der Sprecher der Provinzregierung, Martín Marrero, schon dementiert hat, haben verschiedene Politiker zu diesem Thema öffentlich Stellung genommen.

Teneriffas Inselpräsident Ricardo Melchior gab zu bedenken, dass es zurzeit mehr Betten und touristische Angebote gäbe als Nachfrage und warnte, schon eine Verteuerung von zehn Euro pro Tourist sei nicht zu verkraften. Sein Amtskollege von Gran Canaria, José Miguel Bravo de Laguna, zeigte sich ebenfalls entschieden ablehnend, nicht zuletzt, weil die Urlaubsveranstalter ihre Angebote schon ein oder zwei Jahre im Voraus aushandeln und kalkulieren, sodass die neue Abgabe eine empfindliche Schädigung bedeuten würde. Außerdem habe sich die Gebühr in allen Provinzen, in denen sie bisher eingeführt wurde, als Fehlschlag erwiesen. Beide Cabildo-Präsidenten glauben an eine abschreckende Wirkung der Maßnahme.

Auch José Manuel Soria, Minister für Industrie, Energie und Tourismus, meldete sich zu Wort und erklärte, die kanarische Tourismusbranche brauche jetzt keine Gebühr, sondern eine größere Flexibilität für Investitionen. Er halte die Touristenabgabe für einen Fehler und von Seiten der spanischen Regierung sei man nicht einverstanden damit. Die Regionalregierungen hätten jedoch das Recht, dies selbst zu entscheiden, wie beispielsweise Katalonien dies schon getan habe.




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