Besucherlimit für Lobos wird ab Mitte Januar gelten


Die kleine Insel Lobos (r.) ist von Corralejo im Norden Fuerteventuras aus in wenigen Minuten per Boot zu erreichen. Foto: fotosaereas decanarias.com

Für den Besuch des Eilands soll künftig eine Gebühr zwischen zwei und drei Euro erhoben werden

Fuerteventura – Zwölf Jahre nach der Verabschiedung des neuen Nutzungs- und Verwaltungsplans der Insel (Plan Rector de Uso y Gestion, PRUG) soll die darin festgelegte Maßnahme eines Besucherlimits für Lobos nun umgesetzt werden.

Wie das Cabildo von Fuerteventura in einer Pressemitteilung angekündigt hat, werden ab der ersten Januarhälfte Kontrollen der Besucherzahlen auf Lobos durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass die festgelegte maximale Belastung von 200 Personen am Tag nicht überschritten wird.

In den vergangenen Jahren war vor allem in den Sommermonaten die Überlastung des Eilands durch einen wahren Besucheransturm beklagt worden. Die tägliche Grenze von 200 Besuchern auf dem nördlich von Fuerteventura gelegenen Inselchen wurde regelmäßig und deutlich überschritten, sodass es so weit kam, dass an einem einzigen Wochenende fast 2.000 Menschen Lobos bevölkerten. Dies ließ die Alarmglocken schrillen und die Bedenken aufkommen, dass die Natur auf der nur 4,5 Quadratkilometer großen Insel Schaden davon nehmen könnte.

Damit ab 2019 das tägliche Besucherlimit von 200 Personen nicht mehr überschritten wird, werden Besucher über eine App Tickets für die Bootsfahrt nach Lobos erwerben, die dann vom Personal an Bord überprüft und eingescannt werden. Guardia Civil, Umweltpolizei und Ortspolizei werden über die Einhaltung der Maßnahme wachen. So sieht es der Plan vor, der vom Cabildo, der Küstenbehörde und der Hafenbehörde der Provinz Las Palmas gemeinsam ausgearbeitet wurde.

Das Wochenblatt berichtete bereits im Sommer 2016 über die Pläne des Cabildos von Fuerteventura, eine Ökotaxe auf Lobos einzuführen. An der entsprechenden Verordnung wird nun verstärkt gearbeitet, um die Gebührenordnung 2019 einführen zu können. Wie aus dem Cabildo verlautete, sollen Besucher eine Gebühr zwischen 2 und 3 Euro entrichten. Die Einnahmen sollen in den Naturschutz und die Instandhaltung und Reinigung fließen, sowie die Kosten der Besucherkontrolle decken.

Die Insel Lobos ist von der Nordküste Fuerteventuras mit dem Boot in nur 15 Minuten zu erreichen. Sie wurde 1982 zum Naturpark erklärt und ist seit 1994 Teil des Parque Natural de Corralejo. Außerdem ist Lobos ein Vogelschutzgebiet von Natura 2000. Ihren Namen hat die Insel übrigens von den Mönchsrobben, die hier einst heimisch waren (Lobos Marinos).

Im Sommer ist das Inselchen ein beliebtes Ausflugsziel, und zahlreiche Boote und Wassertaxis bieten eine Überfahrt an.

Achäologische Ausgrabungsstätte soll Freiluftmuseum werden

Ausgrabungsarbeiten an der Fundstätte am Strand La Calera Foto: EFE

Seit im Jahr 2012 ein Tourist an einem Strand auf Lobos ein Stück antiker Keramik gefunden hat, werden vor Ort archäologische Nachforschungen betrieben und verschiedene Elemente zutage gefördert, die auf die Existenz einer römischen Siedlung auf der Insel hindeuten. Der Fund von mittlerweile mehr als 70.000 Stücken von Schneckengehäusen lässt vermuten, dass die Römer hier einst Purpur aus Mollusken gewannen.

Im kommenden Jahr sollen die Ausgrabungsarbeiten weiter fortgeführt werden, und das Cabildo plant, die Ausgrabungsstätte an der Playa de la Calera in eine Art Freiluftmuseum zu verwandeln und Führungen für Besucher anzubieten.




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