Bald nachts nur noch ein medizinischer Hubschrauber?


Das kanarische Gesundheitsressort muss bekanntermaßen sparen, doch wie weit darf der Kürzungszwang gehen?

Scheinbar wird derzeit darüber diskutiert, einen der beiden nachts operierenden Hubschrauber des kana­­­rischen Rettungsdienstes (SUC) zu streichen, die schwer kranke oder verletzte Patienten von den äußeren Inseln in die großen Krankenhäuser der Provinzhauptstädte fliegen.

Seitens des Rettungsdienstes gab es noch keine klare Aussage zu dem Thema. Aufgrund der anhaltenden Wirtschaftskrise und des von der spanischen Regierung diktierten Sparzwangs suche man nach Lösungen zur Aufrechterhaltung des Dienstes und ziehe dabei auch die Reorganisation von Personal und Mitteln in Betracht, so die Direktion des den Rettungsdienst verwaltenden öffentlichen Unternehmens. Jedoch immer unter der Prämisse, die notwendigen Notfallleistungen garantieren zu können, wurde hinzugefügt.

Die Angestellten des SUC sprachen sich gegen die Reduzierung des nächtlichen Hubschrauberdienstes aus, denn „dies bedeutet eine qualitative Minderung der medizinischen Betreuung Tausender Canarios“. Die Bewohner der fünf Inseln, die nicht die Provinzhauptstädte beherbergen, würden „ungeschützt“ sein. Ein hauptberuflicher Retter führte an: „Passiert einem Anwohner von Vilaflor oder Buenavista etwas, ist diese Person innerhalb von einer halben bis dreiviertel Stunde in einem der großen Krankenhäuser. Doch wenn ein Herreño nachts einen Unfall hat und überführt werden muss, dauert das jetzt schon zwei Stunden.“ Würde nur noch ein Hubschrauber für beide Provinzen eingesetzt, könne dies über fünf Stunden dauern. „Ganz ohne Hubschrauber eine ganze Nacht. Ist das gerecht?“, fragte der Retter.

Dass die Hubschrauber einen wichtigen Dienst leisten, zeigen die Zahlen des vergangenen Jahres, denn 2011 führten sie allein nachts 207 Einsätze durch (der für die Provinz Teneriffa zuständige leistete 100 Flüge, der für die Provinz Gran Canaria zuständige 107).




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