Bald internationale Friedenszone der UNESCO?


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Bürger und Cabildo von Fuerteventura kämpfen gegen neue Militärantenne im Naturschutzgebiet

Das Cabildo von Fuerte­ventura bemüht sich um die Erklärung der Insel zur internationalen Friedenszone im Rahmen des UNESCO-Programms Kultur des Friedens.

Nachdem sowohl der Inselrat als auch das kanarische Parlament, der Kongress und der Senat dieser Initiative ihren Segen gegeben haben, hat nun auch der Leiter der Kultur der Friedens-Stiftung in Spanien und ehemaliger UNESCO-Generaldirektor Federico Mayor Zaragoza, seine Unterstützung zugesagt.

Bei einem Treffen auf der Insel sprach er mit Cabildo-Präsident Mario Cabrera über den Antrag der Insel und die Problematik der vom spanischen Verteidigungsministerium geplanten Erweiterung der Militärzone auf der Insel. Diese sieht unter anderem die Installation verschiedener Antennen auf dem Berg La Muda vor, der als geschütztes Naturschutzgebiet dafür völlig ungeeignet ist. Das Cabildo lehnt die Pläne des Verteidungsministeriums rundweg ab, und auch Mayor Zaragoza sprach sich für die Suche nach Alternativen aus.

Das Thema wurde auf Fuerteventura in den vergangenen Wochen durch den Beginn der Bauarbeiten brandaktuell. Die Inselregierung und die Bürger haben sich entschieden gegen die Erweiterung der Militärzone ausgesprochen, was jedoch den Beginn der Baumaßnahmen nicht verzögerte.

Im Cabildo hofft man nun auf die Dialogbereitschaft des spanischen Ministeriums, damit das Naturgebiet von La Muda von neuen militäri­schen Einrichtungen verschont bleibt.

Federico Mayor Zaragoza sagte den Cabildo-Vertretern seine Unterstützung der Initiative „Internationale Friedenszone“ für Fuerteventura zu, für die er sich auch bei der nächsten UNESCO-Generalversammlung aussprechen will.

Wenige Tage vor dem Treffen zwischen Fuerteventuras Cabildo-Präsident und Federico Mayor Zaragoza fand am Fuße des Berges La Muda bei Puerto del Rosario eine Protestkundgebung von Anwohnern der Ortschaft La Matilla gegen die geplante Erweiterung der militärischen Einrichtungen statt. Dabei geht es in erster Linie um eine neue Militärantenne, die auf dem Berg La Muda aufgestellt werden soll. Der Protest richtet sich nicht gegen die Antenne an sich, sondern gegen die Wahl des Standorts. Der Berg La Muda ist ein geschütztes Naturgebiet, weshalb die Antenne gerade hier rigoros abgelehnt wird (Foto).




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