Autonomer Kleinbus für Lanzarotes Vulkanroute in Madrid vorgestellt


Der Kleinbus-Prototyp des Projekts CITIES wird das erste Fahrzeug dieser Art sein, das in Spanien zum Einsatz kommt. Foto: cact

Schon im Frühling 2020 soll das fahrerlose Fahrzeug in Lanzarotes Nationalpark eingesetzt werden

Lanzarote – Im Nationalpark Timanfaya wird noch vor Ablauf eines Jahres der erste fahrerlose Bus eingesetzt werden, um Touristen durch die Vulkanlandschaft zu fahren. Es wird nicht nur der erste autonome Bus auf den Kanaren und in ganz Spanien sein; eine weitere Besonderheit ist, dass die Strecke, auf der er unterwegs sein wird, nicht verändert bzw. angepasst werden kann, denn es handelt sich um die kurvenreiche „Ruta de los Volcanes“.

Dieser Tage wurde in Madrid der erste Prototyp des „Proyecto CITIES Timanfaya“ vorgestellt. Die Abkürzung CITIES im Namen steht für „Concepto Inteligente para un Transporte Integrado, Ecológico y Seguro“ (in etwa: Intelligentes Konzept für einen integrierten, ökologischen und sicheren Transport). An der Projektentwicklung sind neun spanische Unternehmen und Forschungseinrichtungen beteiligt, darunter die Universität Carlos III. in Madrid und das Unternehmen 2RK Consultores en Transporte Inteligente. Koordiniert wird das Projekt von den Kultur- und Tourismuseinrichtungen von Lanzarote (Centros de Arte, Cultura y Turismo, CACT) und dem spanischen Verband Asociación Española de la Carretera (AEC). 60 Experten verschiedener Fachgebiete brachten ihr Wissen ein, um das intelligente Fahrkonzept für den Elektrobus zu entwickeln.

Viermal sicherer als ein herkömmliches Fahrzeug

Ein autonomes Fahrzeug zu entwickeln, das eine so komplexe Strecke wie die von Montañas del Fuego meistert, war zweifelsohne die größte technologische Herausforderung des Vorhabens, das mit etwas mehr als einer Million Euro aus dem kanarischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert wird. Dies bestätigten die Projektleiter Javier García Guzmán von der Universität Carlos III. und Ricardo Chicharro von 2RK. „Der Bus hat keinen Fahrersitz, denn alle Entscheidungen werden durch die künstliche Intelligenz des Fahrzeugs getroffen“, erklärte García Guzmán.

Der Bus wird laut seinen Entwicklern als erstes Fahrzeug der Automatisierungsstufe 5 weltweit in Betrieb gehen und verfügt über vier Sicherheitssysteme. Sobald eines davon aktiviert wird, kommt das Fahrzeug automatisch zum Stillstand. In der Testphase wird ein Techniker zur Überwachung in dem Fahrzeug mitfahren, dessen Fahrverhalten außerdem in einem externen Kontrollzentrum aufgezeichnet und überwacht wird.

Der Nationalpark Timanfaya kann aktuell nur mit den Touristenbussen erkundet werden, die Besucher durch die Vulkanlandschaft fahren. Die wegen der Klimaanlagen auch auf dem Parkplatz fast ständig laufenden Motoren verursachen eine Luftverschmutzung in diesem sensiblen Landschaftsgebiet, die in Zukunft durch Elektrofahrzeuge vermieden werden soll.

Das ökologische, autonome und sichere Transportmittel soll die jährlichen CO2-Emissionen um 469 Tonnen senken. Hinzu kommt die Ersparnis durch wegfallende Spritkosten, die pro Jahr etwa 180.000 Euro betragen.

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