Ausstiegshilfe für Prostituierte

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Inselrätin Marián Franquet weist darauf hin, dass das Cabildo sich zum ersten Mal um diese Gruppe von Opfern geschlechtsspezifischer Gewalt kümmert

Teneriffa – Marián Franquet, Ratsmitglied des Cabildos von Teneriffa und zuständig für Sozialmaßnahmen und die Vorbeugung gegen geschlechtsspezifische Gewalt, hat bekannt gegeben, dass die Inselverwaltung eine Übergangswohnung einrichten wird, um Frauen zu helfen, die sich aus der Prostitution lösen möchten.
Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit Organisationen entwickelt, die mit diesem Kollektiv arbeiten und ihre Erfahrungen einbringen. Franquet kündigte das Vorhaben an, nachdem sie sich mit Vertretern der Organisationen La Casita, Médicos del Mundo und Hermanos de la Cruz Blanca getroffen hatte, die mit Frauen, die in der Prostitution tätig sind, arbeiten.
„Die Sitzung diente einer ersten Kontaktaufnahme und dem Abgleich von Ideen, Bedürfnissen und Problemen sowie einer Bewertung der aktuellen Lage. Dies wird es uns erlauben, eine Zusammenarbeit zu beginnen, damit sich das Cabildo von Teneriffa erstmals dieses Typs der geschlechtsspezifischen Gewalt, den die Prostitution darstellt, annehmen kann“, erklärte Franquet. Weiterhin erinnerte sie daran, dass es sich bei dieser Maßnahme um eine gesetzliche Verpflichtung handle, seit dieses Konzept in das Gesetz über ganzheitliche Vorbeugung und Schutz der Frauen gegen geschlechtsspezifische Gewalt von 2003 Eingang gefunden hat.
Die Übergangswohnung soll eingerichtet werden, sobald die notwendigen bürokratischen Schritte abgeschlossen sind. Sie soll den ausstiegswilligen Frauen als Basis dienen, als ein Ort, wo sie eine Zeitlang leben können, bis eine Arbeitsstelle gefunden oder eine Berufsbildungsmaßnahme abgeschlossen ist, die es ihnen ermöglicht, sich außerhalb der Welt der Prostitution zu etablieren.
Die Bereitstellung einer solchen Wohnung ist nur ein erster Schritt. In der Folge soll, wie Franquet erläuterte, mit den Organisationen zusammen eine gemeinsame, umfassende Strategie erarbeitet werden.
Einer Untersuchung der Soziologieprofessorin der Universität La Laguna (ULL), Esther Torrado, mit dem Titel „Soziale Wahrnehmung der weiblichen Prostitution und Analyse der Nachfrage auf den Kanaren“ zufolge, üben auf den Kanarischen Inseln rund 3.000 Frauen die Prostitution aus – eine Aktivität, die in der Gesellschaft „normalisiert und banalisiert“ worden sei. Die Studie beinhaltet die bisher größte Umfrage in Spanien unter Prostituierten und Männern, die für sexuelle Dienste bezahlen. Sie enthüllt, wie die Gesellschaft sexuelle Gewalt zu einer „normalen Dienstleistung“ gemacht hat, wie vier von zehn der befragten Freier bestätigen.

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