ATHANATOS – Tod und Unsterblichkeit


Amaya Conde Martínez (Museos de Tenerife). Foto: Museos de tenerife

Teneriffa – Vor zahlreichen geladenen Gästen wurde im Museo de la Naturaleza y el Hombre am 20. Dezember die Ausstellung ATHANATOS feierlich eröffnet. Nach zweieinhalb Jahren gemeinsamer Vorbereitung sahen sich der Präsident des Cabildos von Teneriffa, Carlos Alonso Rodríguez, die Präsidentin von Museos de Tenerife, Amaya Conde Martínez, und der Direktor des Instituto Canario de Bioantropología am Ziel. Zusammen mit zahlreichen Mitarbeitern haben sie eine Ausstellung zu Tod und Unsterblichkeit, Bestattungsbräuchen und -riten der Vergangenheit realisiert. Sie ist die erste dieses Themas weltweit und umfasst neben der eigentlichen Schwerpunktausstellung ein umfangreiches Begleitprogramm von Veranstaltungen, die sich an die Öffentlichkeit und gleichermaßen an die internationale Fachwelt wenden.

Neben besonderen Exponaten kanarischer Museen können die Besucher der Ausstellung zahlreiche ungewöhnliche ausgeliehene Objekte betrachten, mit denen Museen aus aller Welt zum Gelingen des Projekts beitragen. Kanarische Mumien gelten in der Fachwelt als wissenschaftlich besonders wertvoll, was den Wert der Mumien aus Ägypten, Asien, Mittel- und Südamerika und der begleitenden Gegenstände in keiner Weise mindern kann. Ihre Anordnung in eigenen benachbarten Vitrinen ermöglicht nicht nur Fachleuten Neues: den direkten Vergleich. Weitere Mumien, die ohne gezielte Eingriffe in die natürlichen Verwesungsprozesse entstanden sind, runden die Vergleichsmöglichkeit in noch nicht gehabter Weise ab.

Mumifizierung, so spektakulär ihre Ergebnisse auch sind, stellt nur einen kleinen Teil des Fächers an Vorstellungen und Bräuchen dar, mit denen Menschen seit Jahrtausenden dem Tod als unabänderliche und zugleich unbegreifbare Tatsache begegnen. Dementsprechend informiert die Ausstellung eingangs erst einmal über die Themenfelder „Die Einstellung gegenüber dem Tod in früheren Gesellschaften“, „Der Tod als biologischer Vorgang“ sowie „Bestattungsbräuche“. Die kurz gehaltenen Informationen helfen beim späteren Verständnis der hier noch nicht sichtbaren Exponate. Ihre Präsentation außerhalb des Ausstellungssaales trennt die Sachinformation vom unmittelbaren Erleben in der Begegnung mit der Welt der Riten und Bräuche und lenkt den Blick auf das Wesentliche. Eine strukturelle Distanz, die Nähe ermöglicht.  Ungewöhnlich ist auch der elf Meter hohe, auf einer abgeschnittenen Ecke liegende Würfel mit einer begehbaren Installation und Audioschauen zum Thema im Innenraum. Man könnte sich ihn gut auch als Objekt einer Kasseler Documenta vorstellen. Wenig verwunderlich, wurde er auch bereits amtlich zum geschützten Kulturgut erklärt.

Für Ende Mai sind Fachwissenschaftler aus aller Welt eingeladen, um Informationen aus erster Hand über ein neues interdisziplinäres Forschungsprojekt zur vorspanischen Urbevölkerung zu erhalten. Es trägt den Namen „Guanchen, ein integrativer Überblick“. Damit wird an den ersten derartigen internationalen Kongress erinnert, der vor 25 Jahren mehr als 300 Fachleute in Puerto de la Cruz zusammenbrachte und das Cronos-Projekt zur Bioanthropologie der Guanchenmumien auf den Weg brachte. Alle drei Jahre, insgesamt bisher achtmal, traf sich seitdem die internationale Fachwelt in Ländern mit besonderen Mumien zum Erfahrungsaustausch und zur Entwicklung neuer Projekte. ATHANATOS will in dieser Linie nicht nur ein Jubiläum markieren, sondern auch Meilenstein für weitere Erkenntnisse sein.

Ein Bericht von

Michael von Levetzow

Öffnungszeiten

Die Ausstellung ATHANATOSist für Besucher bis zum 3. Juni 2018 im Museo de la Naturaleza y el Hombre in Santa Cruz de Tenerife geöffnet.

Öffnungszeiten des Museums: Di.-Sa. 9.00 – 20.00 Uhr; So., Mo. und Feiertage 10.00 – 17.00 Uhr.

Öffnungszeiten der Sonderausstellung ATHANATOS: So., Mo. u. Feiertage 10.30-15.30 Uhr. Di.-Sa. 9.30-18.30 Uhr. Die Aufenthaltsdauer ist auf eine Stunde beschränkt. Am Faschingsdienstag, dem 13. Februar 2018, ist das Museum geschlossen.

Der reguläre Eintrittspreis für das Museum beträgt 5 Euro, der Eintrittspreis für ATHANATOS 3 Euro. Ein Kombiticket kostet 7 Euro.

Ein Wifi-Audioguide in deutscher Sprache fürs eigene Handy ist inbegriffen.




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