Arbeitsgruppe des Parlaments prüft Wechsel zu Erneuerbaren Energien


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Die Pläne der Kanarenregierung sehen bisher die Einführung von Erdgas für die Stromgewinnung vor

Die Kanarenregierung hat eine Arbeitsgruppe eingerichtet, um zu prüfen, welche Kosten es verursachen würde, auf die geplante Einführung von Erdgas zur Stromerzeugung zu verzichten und stattdessen nur Erneuerbare Energien einzusetzen.

In einem Richtliniengesetz von 2003 war festgelegt worden, Erdgas einzuführen, weil das billiger ist, als weiterhin Erdöl für die Stromerzeugung zu verbrennen. Zu diesem Zweck ist vorgesehen, dass das staatliche Unternehmen Enegás zwei Erdgasanlagen für insgesamt 600 Millionen Euro baut. Doch die Bremswirkung, welche dies auf die Entwicklung der Erneuerbaren Energien haben kann, hat Kritik innerhalb der Parteien, Umweltorganisationen und Unternehmen des Sektors hervorgerufen.

Da die Einführung von Erdgas im Entwurf des Energie-planes der Kanarenregierung vorgesehen ist, wird die Arbeitsgruppe beide Energiemodelle unter die Lupe nehmen und jeweils das Für und Wider ausarbeiten. Für diese Arbeit stehen schon verschiedene Gutachten zur Verfügung. Eines davon bezieht sich auf die Möglichkeit, auf Gran Canaria innerhalb von fünf Jahren 60% des Stroms durch erneuerbare Energiequellen zu erzeugen (das Wochenblatt berichtete). Wind- und Sonnenenergie werden in diesem Modell mit Wasserkraft aus den Staubecken Chira und Soria kombiniert. Es soll jährlich 256 Millionen Euro Treibstoffkosten einsparen können. Die alternativen Stromquellen würden in diesem Entwurf durch Dieselgeneratoren ergänzt werden, die innerhalb von fünf Minuten zum Einsatz gebracht werden können, um Verbrauchsspitzen und Produktionstiefs der erneuerbaren Energiequellen auszugleichen. Im Gegensatz dazu haben die Turbinen, welche für das Erdgas installiert werden sollen, 45 Minuten Anlaufzeit.

Zurzeit bezahlt der Staat dem Energieunternehmen Endesa jährlich 1,3 Milliarden Euro für die erhöhten Kosten, welche die Stromerzeugung auf den Kanaren verursacht. Die Verbraucher bezahlen noch einmal 1,8 Milliarden mit ihrer Stromrechnung.

Demgegenüber erscheinen die 11 Milliarden Euro, die es kosten würde, die Kanaren auf erneuerbare Energiegewinnung umzustellen, bezahlbar, die Kostenersparnis auf lange Sicht ist immens.




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